Du sitzt mit deinem Hund auf dem Sofa, er gähnt herzhaft, und auf einmal fällt dir auf, wie viele Zähne da eigentlich blitzen. Oder du findest einen winzigen, fast durchsichtigen Zahn auf dem Teppich und fragst dich, ob das jetzt ein Grund zur Sorge ist.

Die kurze Antwort vorweg: Ein erwachsener Hund hat 42 Zähne, davon 20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer. Ein Welpe kommt dagegen mit deutlich weniger aus, er hat 28 Milchzähne. Diese fallen im Laufe der ersten Monate aus und machen Platz für das bleibende Gebiss. Alles Weitere, von der genauen Zahnformel über den Zahnwechsel bis zu den typischen Problemen, schauen wir uns jetzt Stück für Stück an.

Wie viele Zähne hat ein erwachsener Hund?

Ein ausgewachsener Hund besitzt 42 bleibende Zähne. Das ist quer durch alle Rassen gleich, egal ob du einen Chihuahua oder einen Schäferhund vor dir hast. Die Größe der Zähne unterscheidet sich natürlich, die Anzahl aber nicht.

Verteilt sind diese 42 Zähne auf 20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer. Dass der Unterkiefer zwei Zähne mehr hat, liegt an den hinteren Backenzähnen, dazu gleich mehr. Zum Vergleich: Ein Mensch hat mit Weisheitszähnen 32 Zähne. Dein Hund liegt also deutlich darüber, was vor allem an seiner Herkunft als Beutegreifer liegt. Sein Gebiss ist zum Packen, Zerteilen und Zermahlen gebaut.

Das Hundegebiss im Detail: die Zahnformel

In der Tiermedizin wird das Gebiss mit der sogenannten Zahnformel beschrieben. Das ist einfach eine Kurzschreibweise dafür, wie viele Zähne von jeder Sorte in einer Kieferhälfte sitzen. Hunde haben vier Zahntypen, und jeder hat eine klare Aufgabe.

ZahntypOberkieferUnterkieferAufgabe
Schneidezähne (Incisivi)66Festhalten, Abnagen, Fellpflege
Eckzähne (Canini, Fangzähne)22Packen und Festhalten
Vorbackenzähne (Prämolaren)88Zerteilen und Abscheren
Backenzähne (Molaren)46Zermahlen der Nahrung

In Summe ergibt das die 42 Zähne. Die Schneidezähne sind die kleinen Zähne ganz vorne, mit denen dein Hund Fleisch vom Knochen abnagt oder sich selbst kratzt. Die Eckzähne, oft Fangzähne genannt, sind die langen, spitzen Zähne, die du sofort erkennst. Die Prämolaren und Molaren sind die Backenzähne weiter hinten, sie übernehmen die schwere Arbeit beim Zerkleinern.

Ein besonderer Zahn verdient eine eigene Erwähnung: der Reißzahn. Damit ist der letzte obere Prämolar gemeinsam mit dem ersten unteren Molar gemeint. Diese beiden arbeiten wie eine Schere und sind die stärksten Zähne im Gebiss. Wie viel Kraft dabei wirklich zusammenkommt, hängt stark von der Rasse ab. Wenn dich das Thema Kaukraft interessiert, findest du die Unterschiede bei den Hunderassen mit der stärksten Beißkraft im Detail.

Wie viele Zähne hat ein Welpe? Die Milchzähne

Ein Welpe wird zahnlos geboren. Ab der dritten Lebenswoche brechen dann die ersten Milchzähne durch, und mit etwa sechs bis acht Wochen ist das Milchgebiss komplett. Es besteht aus 28 Zähnen.

Dir fällt vielleicht auf, dass das genau 14 Zähne weniger sind als beim erwachsenen Hund. Der Grund ist einfach: Im Milchgebiss fehlen die Molaren, also die hintersten Backenzähne, vollständig. Die kommen erst mit dem bleibenden Gebiss dazu. Milchzähne erkennst du an ihrer feinen, fast bläulich-weißen Farbe und daran, dass sie spitzer und dünner sind als die späteren Zähne. Genau deshalb fühlen sich Welpenzähnchen oft an wie kleine Nadeln.

Solche anatomischen Besonderheiten sind übrigens kein Zufall, sondern folgen einem klaren Bauplan. Wer sich dafür interessiert, wie der Körper des Hundes sonst noch aufgebaut ist, findet zum Beispiel spannend, wie viele Zitzen ein Hund hat und warum auch Rüden welche besitzen.

Der Zahnwechsel beim Hund

Welpe kaut auf einem Spielzeug während des Zahnwechsels

Der Zahnwechsel ist die Phase, in der die Milchzähne ausfallen und die bleibenden Zähne nachwachsen. Er beginnt bei den meisten Hunden mit etwa vier Monaten und ist mit rund sieben Monaten abgeschlossen. Bei kleinen Rassen kann er etwas früher starten, bei großen manchmal etwas später.

In dieser Zeit wirst du wahrscheinlich merken, dass dein Welpe plötzlich auf allem herumkaut, was er findet. Das ist kein schlechtes Benehmen, sondern eine echte körperliche Reaktion. Das Zahnfleisch juckt und spannt, wenn die neuen Zähne durchbrechen, und das Kauen verschafft Erleichterung. Gib ihm in dieser Phase geeignetes Kauspielzeug, dann schont das deine Möbel und tut ihm gut.

Die meisten Milchzähne werden beim Fressen oder Spielen unbemerkt verschluckt, deshalb findest du oft gar keine. Ein leicht blutiges Zahnfleisch oder etwas Blut am Spielzeug ist in dieser Zeit normal. Aufmerksam werden solltest du erst, wenn etwas vom üblichen Ablauf abweicht. Genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Häufige Zahnprobleme erkennen

Tierärztin untersucht das Gebiss und Zahnfleisch eines Hundes

Auch wenn der Zahnwechsel meist reibungslos läuft, gibt es ein paar Dinge, die du im Blick behalten solltest.

Das häufigste Thema sind persistierende Milchzähne. Das bedeutet, dass ein Milchzahn nicht ausfällt, obwohl der bleibende Zahn schon daneben durchbricht. Dann stehen kurzzeitig zwei Zähne an einer Stelle. Betroffen sind besonders oft die Eckzähne bei kleinen Rassen. Bleibt der Milchzahn stehen, kann sich Futter dazwischen festsetzen und die Zähne können schief wachsen. In diesem Fall solltest du zum Tierarzt, der den Milchzahn meist ziehen muss.

Beim erwachsenen Hund ist Zahnstein das große Thema. Zahnstein entsteht, wenn weicher Zahnbelag mit Mineralien aus dem Speichel verhärtet. Er sieht gelblich-braun aus und sitzt vor allem an den Backenzähnen. Unbehandelt führt er zu Zahnfleischentzündungen und im schlimmsten Fall zu Zahnverlust. Ein deutliches Warnzeichen ist starker Mundgeruch. Ein leichter Hundeatem ist normal, aber wenn es richtig unangenehm riecht, steckt oft ein Zahnproblem dahinter und ein Tierarztbesuch ist sinnvoll.

So hältst du die Zähne deines Hundes gesund

Hundehalter putzt einem Hund mit Hundezahnbürste die Zähne

Die gute Nachricht: Du kannst viel selbst tun. Am wirksamsten ist regelmäßiges Zähneputzen mit einer speziellen Hundezahnpasta, die du gefahrlos schlucken lassen kannst. Menschenzahnpasta ist tabu, weil sie für Hunde giftige Stoffe enthält. Gewöhne deinen Hund am besten schon als Welpe langsam daran, dann wird das Putzen zur entspannten Routine.

Ergänzend helfen Kauartikel und spezielle Zahnpflege-Snacks, weil der Abrieb beim Kauen Belag mechanisch entfernt. Trockenfutter unterstützt etwas, ersetzt das Putzen aber nicht. Und einmal im Jahr lohnt sich ein Blick ins Maul beim Tierarzt, denn die Zahngesundheit gehört zu den Grundlagen, die ein verantwortungsvoller Halter im Griff haben sollte. Genau dieses Wissen rund um Gesundheit und Haltung ist auch Teil vom Sachkundenachweis für Hunde, den du bei uns Schritt für Schritt üben kannst.

Häufige Fragen zum Hundegebiss

Wie viele Zähne hat ein Hund insgesamt?

Ein erwachsener Hund hat 42 bleibende Zähne, 20 im Oberkiefer und 22 im Unterkiefer. Das ist bei allen Rassen gleich.

Wie viele Milchzähne hat ein Welpe?

Ein Welpe hat 28 Milchzähne. Im Milchgebiss fehlen die hintersten Backenzähne, die Molaren, daher die geringere Zahl.

Wann ist der Zahnwechsel beim Hund abgeschlossen?

Der Zahnwechsel startet mit etwa vier Monaten und ist bei den meisten Hunden mit rund sieben Monaten beendet.

Wie viele Zähne verliert ein Hund beim Zahnwechsel?

Er verliert alle 28 Milchzähne. Diese werden durch 42 bleibende Zähne ersetzt.

Wie viele Backenzähne hat ein Hund?

Ein erwachsener Hund hat 16 Prämolaren und 10 Molaren, zusammen also 26 Backenzähne.

Behalte das Maul deines Hundes einfach regelmäßig im Blick, dann erkennst du Veränderungen früh und dein Vierbeiner bleibt bis ins Alter gut im Biss.

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