Alle 16 Bundesländer · Stand 23. September 2026

Listenhunde in Deutschland: alle Rassen in allen 16 Bundesländern

Elf Länder führen eine Rasseliste, fünf haben sie abgeschafft. Hier siehst du für jedes Land, welche Hunde als Listenhunde gelten, was Halter nachweisen müssen und wie viel Kampfhundesteuer in großen Städten anfällt.

Listenhunde sind Hunde, deren Gefährlichkeit das Landesrecht allein wegen ihrer Rasse vermutet. Welche Rassen das sind, entscheidet jedes Bundesland selbst. Ein American Staffordshire Terrier gilt deshalb in Bayern als Kampfhund und in Niedersachsen als ganz normaler Hund.

Ich arbeite seit 1993 im Ordnungsamt und setze dort das Landeshundegesetz um. Die Fragen am Schalter sind fast immer dieselben: Steht mein Hund auf der Liste? Was muss ich beantragen? Und was kostet das? Diese Seite beantwortet alle drei für jedes Land, mit Paragraf und Link zur Rechtsgrundlage.

11Länder mit Rasseliste
5Länder ohne Rasseliste
2Rassen stehen in allen elf Listen
4Rassen dürfen nicht nach Deutschland

Was sind Listenhunde, und was unterscheidet sie von Kampfhunden?

Ein Listenhund steht mit seiner Rasse in einer Verordnung oder einem Gesetz eines Bundeslandes. Für ihn gelten dann besondere Regeln, bevor er auch nur einmal auffällig geworden ist. Die Behörde muss keine Gefahr beweisen. Sie vermutet sie.

„Kampfhund“ ist das ältere Wort für dasselbe. Bayern und Baden-Württemberg verwenden es bis heute im Gesetzestext. Die übrigen Länder sprechen von „gefährlichen Hunden“ oder „Hunden bestimmter Rassen“. Im Alltag meinen alle drei Begriffe dieselbe Gruppe: Hunde, die ohne eigenes Zutun unter Sonderrecht fallen.

Davon zu trennen ist der Hund, der durch sein Verhalten gefährlich wird. Beißt ein Labrador einen Menschen, stuft ihn die Behörde im Einzelfall als gefährlich ein. Diese Einzelfallprüfung kennen alle 16 Länder. Die Rasseliste kommt in elf Ländern obendrauf.

Fast alle Listen entstanden im Sommer 2000. Nach einem tödlichen Angriff auf einen Schüler in Hamburg erließen die Länder binnen Wochen neue Verordnungen. Ein Jahr später folgte das Einfuhrverbot des Bundes. Seitdem streiten Fachleute über den Nutzen. Tierärztekammern und Tierschutzverbände halten die Rasse für ein schlechtes Merkmal, weil Erziehung und Haltung das Verhalten eines Hundes stärker prägen. Fünf Länder haben daraus die Konsequenz gezogen und ihre Listen gestrichen.

Listenhunde Tabelle: welche Rassen in welchem Bundesland gelten

Die Tabelle zeigt für jedes Land die gelisteten Rassen. „Vermutet“ heißt: Die Gefährlichkeit gilt als gegeben, bis du sie widerlegst oder die Behörde sie im Einzelfall feststellt. Alle Angaben habe ich am 23. September 2026 im Wortlaut der Landesportale geprüft.

BundeslandStrenge StufeZweite StufeRechtsgrundlage
Baden-WürttembergAmerican Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pit Bull Terrier (widerlegbar)Bullmastiff, Staffordshire Bullterrier, Dogo Argentino, Bordeaux-Dogge, Fila Brasileiro, Mastín Español, Mastino Napoletano, Mastiff, Tosa Inu (nur bei Anhaltspunkten im Einzelfall)PolVOgH § 1 Abs. 2 und 3
BayernPit-Bull, Bandog, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Tosa-Inu (nicht widerlegbar)Alano, American Bulldog, Bullmastiff, Bullterrier, Cane Corso, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Mastiff, Mastín Español, Mastino Napoletano, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquin, RottweilerKampfhunde-Verordnung § 1
BerlinPitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, BullterrierkeineGefHuVO § 1
Brandenburgkeine Rasseliste seit 1. Juli 2024HundehV § 17
BremenPit-Bull-Terrier, Bullterrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier (Haltungsverbot)keineBremHundeG § 7 Abs. 3
HamburgAmerican Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier (nicht widerlegbar)Bullmastiff, Dogo Argentino, Dogue de Bordeaux, Fila Brasileiro, Kangal, Kaukasischer Owtscharka, Mastiff, Mastín Español, Mastino Napoletano, Rottweiler, Tosa InuHundeG § 2 Abs. 1 und 3
Hesseneine Liste: Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Bullterrier, American Bulldog, Dogo Argentino, Kangal, Kaukasischer Owtscharka, RottweilerkeineHundeVO § 2 Abs. 1
Mecklenburg-Vorpommernkeine Rasseliste seit 23. Juli 2022, Altfälle bleiben eingestuftHundehVO M-V § 12
Niedersachsenkeine RasselisteNHundG § 7
Nordrhein-WestfalenPittbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, BullterrierAlano, American Bulldog, Bullmastiff, Mastiff, Mastín Español, Mastino Napoletano, Fila Brasileiro, Dogo Argentino, Rottweiler, Tosa InuLHundG NRW § 3 Abs. 2 und § 10 Abs. 1
Rheinland-PfalzAmerican Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, Hunde vom Typ Pit Bull TerrierkeineLHundG § 1 Abs. 2
SaarlandAmerican Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, American Pit Bull Terrier (Wesenstest befreit)keineHuV SL § 6 Abs. 1
SachsenAmerican Staffordshire Terrier, Bullterrier, Pitbull Terrier (widerlegbar)keineDVOGefHundG § 1
Sachsen-AnhaltPitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier, BullterrierkeineHundeG LSA § 3 Abs. 2
Schleswig-Holsteinkeine Rasseliste seit 2015HundeG § 7 und § 21
Thüringenkeine Rasseliste seit 2018ThürTierGefG § 3

Tabelle seitlich wischen →

Mischlinge zählen mit. Fast alle Listen erfassen auch Kreuzungen, oft schon dann, wenn das Aussehen einer gelisteten Rasse deutlich hervortritt. Sachsen erfasst nur Kreuzungen der drei Rassen untereinander. Das Saarland nennt in seiner Liste gar keine Kreuzungen. Bei einem Mischling mit breitem Kopf und kurzem Fell lohnt deshalb vor dem Kauf eine Nachfrage beim Ordnungsamt.

Welche Rassen in wie vielen Ländern auf der Liste stehen

Zwei Rassen stehen in jeder der elf Listen: der Pit Bull Terrier und der American Staffordshire Terrier. Dahinter folgen Staffordshire Bullterrier und Bullterrier mit je neun Ländern. Große Molosser wie Mastiff oder Rottweiler erfassen nur vier Länder. Den Dobermann führt heute kein einziges Land mehr.

RasseLänderWo gelistet
Pit Bull Terrier11BW, BY, BE, HB, HH, HE, NW, RP, SL, SN, ST
American Staffordshire Terrier11BW, BY, BE, HB, HH, HE, NW, RP, SL, SN, ST
Staffordshire Bullterrier9BW (Einzelfall), BY, HB, HH, HE, NW, RP, SL, ST
Bullterrier9BW, BY, BE, HB, HH, HE, NW, SN, ST
Dogo Argentino5BW (Einzelfall), BY, HH, HE, NW
Rottweiler4BY, HH, HE, NW
Bullmastiff, Mastiff, Mastino Napoletano, Mastín Español, Fila Brasileiro, Tosa Inuje 4BW (Einzelfall), BY, HH, NW
American Bulldog3BY, HE, NW
Dogue de Bordeaux3BW (Einzelfall), BY, HH
Kangal, Kaukasischer Owtscharkaje 2HH, HE
Alano2BY, NW
Cane Corso, Bandog, Perro de Presa Canario, Perro de Presa Mallorquinje 1BY
Dobermann0in keinem Land gelistet

Tabelle seitlich wischen →

Weißer Bullterrier und American Bulldog gehen angeleint mit ihrem Halter über eine Wiese

Was sind Listenhunde Kategorie 1 und 2?

Kategorie 1 und Kategorie 2 sind keine bundesweiten Begriffe. Sie stammen aus Bayern und haben sich im Sprachgebrauch überall festgesetzt. Gemeint ist eine zweistufige Liste: Oben stehen Rassen mit strenger Vermutung, darunter Rassen, bei denen du die Vermutung leichter entkräftest. Wie das im Einzelnen funktioniert, regelt jedes Land anders.

Bayern

Kategorie 1 nicht widerlegbar

  • Kategorie 1: Haltung nur mit Erlaubnis und berechtigtem Interesse, das die Gemeinden sehr eng auslegen.
  • Kategorie 2: Ein Gutachten widerlegt die Vermutung, die Gemeinde stellt ein Negativzeugnis aus.
  • Unter 18 Monaten gibt es das Negativzeugnis nur befristet.

Baden-Württemberg

Kategorie 1 widerlegbar

  • Kategorie 1: Eine Verhaltensprüfung beim Landratsamt widerlegt die Vermutung.
  • Kategorie 2 gilt nur, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte für Aggressivität vorliegen.
  • Leinenpflicht ab sechs Monaten gilt für beide Stufen.

Hamburg und Nordrhein-Westfalen

zwei Listen mit unterschiedlichen Folgen

  • Hamburg: Kategorie 1 bleibt gefährlich, Kategorie 2 befreit ein Wesenstest.
  • NRW: Für § 3 Hunde brauchst du ein besonderes Interesse, für § 10 Hunde nicht.
  • In NRW befreit eine Verhaltensprüfung von Leine und Maulkorb, die Einstufung bleibt.

Hessen, Berlin, Bremen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt kennen nur eine einzige Liste. Wer dort von Kategorie 2 spricht, übernimmt den bayerischen Begriff. Die Details zu den drei großen Ländern im Süden findest du auf den Seiten zu den Listenhunden in Bayern, den Listenhunden in Baden-Württemberg und den Listenhunden in Hessen. Für Nordrhein-Westfalen fasst die Seite zu den Listenhunden in NRW nach § 3 und § 10 alles zusammen.

Halterin liest Unterlagen zur Rasseliste am Küchentisch, ihr American Staffordshire Terrier legt den Kopf auf ihr Knie

In welchem Bundesland gibt es keine Listenhunde mehr?

In fünf Ländern entscheidet allein das Verhalten eines Hundes. Dort prüft die Behörde nach einem Beißvorfall oder einer Anzeige den einzelnen Hund. Die Rasse spielt dabei keine Rolle.

  • Niedersachsen hat nie eine Rasseliste im Landesgesetz geführt. Dafür muss dort jeder Halter einen Sachkundenachweis erbringen, der Hundeführerschein Niedersachsen gilt für alle Rassen.
  • Schleswig-Holstein hat die Liste 2015 abgeschafft. Alte Einstufungen, die nur auf der Rasse beruhten, musste die Behörde widerrufen.
  • Thüringen hat die Liste 2018 gestrichen. Gefährlich ist ein Hund dort erst nach einem Wesenstest im Einzelfall.
  • Mecklenburg-Vorpommern hat die Liste am 23. Juli 2022 abgeschafft. Hunde aus der alten Liste bleiben aber gefährlich. Das ändert erst eine Unbedenklichkeitsbescheinigung.
  • Brandenburg hat die Liste am 1. Juli 2024 abgeschafft. Hunde, die nur wegen ihrer Rasse eingestuft waren, gelten seitdem nicht mehr als gefährlich.

Ohne Rasseliste heißt nicht ohne Regeln. Auch in diesen Ländern gilt das Bundesrecht mit seinem Einfuhrverbot. Und wer mit einem Listenhund umzieht, bringt ihn beim Wechsel nach Bayern oder Hessen sofort wieder unter Sonderrecht. Die Übersicht zum Sachkundenachweis in allen Bundesländern zeigt, was dich beim Umzug erwartet.

Welche Pflichten gelten für Listenhunde?

Die Liste der Auflagen ähnelt sich in allen elf Ländern. Unterschiede gibt es bei der Frage, ob ein Wesenstest die Pflichten aufhebt. Diese Punkte fragt die Behörde in der Regel ab, bevor du die Erlaubnis erhältst:

  • Erlaubnis der Ordnungsbehörde vor Beginn der Haltung. Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Rheinland-Pfalz und NRW für § 3 Hunde verlangen zusätzlich ein berechtigtes oder besonderes Interesse.
  • Volljährigkeit und Zuverlässigkeit. Die Behörde fordert ein Führungszeugnis an. Vorstrafen wegen Gewalt- oder Waffendelikten schließen die Erlaubnis regelmäßig aus.
  • Sachkunde mit Theorie und Praxis. In NRW prüft der Amtstierarzt, in anderen Ländern ein anerkannter Sachverständiger.
  • Wesenstest des Hundes. Hessen verlangt ihn für jede Erlaubnis, Bremen für die Ausnahme vom Haltungsverbot, Sachsen-Anhalt innerhalb von sechs Monaten.
  • Haftpflichtversicherung, meist mit 500.000 Euro für Personenschäden und 250.000 Euro für Sachschäden. Welche Summe in deinem Land gilt, zeigt die Seite Hundehaftpflicht: wo sie Pflicht ist.
  • Mikrochip und Meldung der Chipnummer an die Behörde.
  • Leine und Maulkorb außerhalb des eigenen Grundstücks. Die Details zur Leinenpflicht und zur Maulkorbpflicht unterscheiden sich stark. Hessen etwa kennt keinen allgemeinen Maulkorbzwang.
  • Zucht- und Handelsverbot. Baden-Württemberg verlangt sogar die Kastration von Kampfhunden.
  • Kampfhundesteuer in vielen Gemeinden, oft sechs- bis achtmal so hoch wie für einen normalen Hund.
Hund vom Typ Pit Bull Terrier sitzt mit Korbmaulkorb angeleint neben seinem Halter

Für Hunde, die im Einzelfall als gefährlich eingestuft sind, gelten dieselben Pflichten. Einen Überblick über Einstufung, Anhörung und Widerspruch gibt die Seite zum Landeshundegesetz NRW. Die Bußgelder bei Verstößen findest du auf der Seite zu Strafen und Bußgeldern.

Wesenstest und Negativzeugnis: So widerlegst du die Vermutung

In vielen Listenländern öffnet ein bestandener Wesenstest den Weg zu weniger Auflagen. Der Test heißt je nach Land Wesensprüfung, Verhaltensprüfung oder Begutachtung. Der Ablauf ist überall ähnlich.

  1. Termin bei einem anerkannten Prüfer vereinbarenDie Behörde nennt dir die zugelassenen Sachverständigen. In Hessen zählt nur ein Test bei einem hessischen Prüfer, in Baden-Württemberg prüfen ein Amtstierarzt und ein Polizeibeamter gemeinsam.
  2. Den Hund vorbereitenGeprüft werden Grundgehorsam, Verhalten gegenüber Fremden, Kindern, Radfahrern und anderen Hunden sowie Reaktionen auf Lärm. Übe diese Situationen vorher gezielt im Alltag.
  3. Den Test ablegenDie Prüfung dauert meist weniger als eine Stunde. In Hessen und Hamburg verlangen die Behörden den Test in der Regel ab 15 Monaten.
  4. Das Ergebnis bei der Behörde einreichenIn Bayern stellt die Gemeinde dann das Negativzeugnis aus. In anderen Ländern entfallen einzelne Auflagen oder die Erlaubnispflicht.

Wie die Prüfung genau abläuft und welche Fehler Hunde durchfallen lassen, erklärt die Seite zum Wesenstest beim Hund.

Prüferin mit Klemmbrett beobachtet, wie ein angeleinter Hund vom Typ Pit Bull einer fremden Person begegnet

Welche Hunde darfst du in Deutschland nicht halten?

Ein bundesweites Halteverbot für eine Rasse gibt es nicht. Es gibt aber ein bundesweites Einfuhrverbot. Das Hundeverbringungs- und -einfuhrbeschränkungsgesetz verbietet in § 2, diese vier Rassen und ihre Kreuzungen nach Deutschland zu bringen: Pitbull-Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier. Das Bundesverfassungsgericht hat dieses Verbot 2004 bestätigt.

Ausnahmen gelten laut § 2 der Einfuhrverordnung für Diensthunde, Blindenführhunde, Behindertenbegleithunde und Rettungshunde. Wer nur kurz mit dem eigenen Hund zurückkehrt oder als Gast höchstens vier Wochen bleibt, darf den Hund ebenfalls mitbringen.

Auf Landesebene kommen Verbote hinzu, die einem Halteverbot sehr nahekommen:

  • Bremen verbietet die Haltung der vier Rassen. Eine Ausnahme gibt es nur nach bestandenem Wesenstest.
  • Hamburg verbietet die Haltung gefährlicher Hunde grundsätzlich und erlaubt sie nur bei besonderem Interesse.
  • Bayern verlangt für Kategorie 1 ein berechtigtes Interesse. Nürnberg und München lassen diese Hunde grundsätzlich nicht zu.

Was kostet ein Listenhund? Die Kampfhundesteuer in großen Städten

Die Hundesteuer legt jede Gemeinde selbst fest. Viele verlangen für Listenhunde einen Sondersatz, der den Hund bewusst unattraktiv machen soll. Das Bundesverwaltungsgericht erlaubt das, zieht aber eine Grenze: 2.000 Euro im Jahr wirkten wie ein Halteverbot und waren deshalb unzulässig.

StadtNormaler HundListenhundHinweis
München100 €800 €ab 2027: 144 € und 1.200 € (Stadt München)
Nürnberg132 €1.056 €264 € für Kategorie 2 mit Negativzeugnis
Frankfurt am Main102 €900 €225 € mit bestandener Begleithundeprüfung
Essen156 €852 €Satz gilt je gefährlichem Hund
Stuttgart144 €816 €auch für Kreuzungen der ersten Generation
Hannover150 €720 €gilt für Hunde, die als gefährlich eingestuft sind
Hamburg90 €600 €keine Ermäßigung für gefährliche Hunde
Düsseldorf96 €600 €900 € je Hund bei zwei Listenhunden
Berlin120 €120 €kein Sondersatz im Landesgesetz
Köln174 €174 €kein Sondersatz in der Satzung

Tabelle seitlich wischen →

In Nordrhein-Westfalen erheben laut Bund der Steuerzahler 326 Kommunen einen Kampfhundesatz. Monheim am Rhein verlangt 1.440 Euro im Jahr. Alle Sätze der 30 großen Städte stehen in der Hundesteuer Tabelle 2026.

Die Listenhunde im Einzelporträt

Zu jeder häufig gelisteten Rasse gibt es eine eigene Seite mit Wesen, Haltung und der Einstufung in jedem Bundesland:

Rottweiler sitzt ruhig angeleint neben seinem Halter am Rand einer Grünfläche

So kommt das Thema in der Sachkundeprüfung dran. In NRW legen Halter von Listenhunden eine eigene Prüfung beim Amtstierarzt ab. Die Fragen zu Rassen, Pflichten und Führen gefährlicher Hunde übst du im Fragenkatalog Teil A, Teil B und Teil C. Danach zeigt dir eine Prüfungssimulation, ob du bestehst.

Einen Listenhund aufnehmen: Das klärst du vorher

Viele Listenhunde warten in Tierheimen, weil Interessenten vor dem Aufwand zurückschrecken. Der Aufwand ist planbar. Du brauchst Zeit, einige Unterlagen und ein wenig Geld. Mit dieser Reihenfolge ersparst du dir Ärger mit der Behörde:

  1. Rasse und Einstufung prüfenSchau in die Tabelle oben und frag beim Ordnungsamt nach, ob dein künftiger Hund dort als Listenhund gilt. Bei Mischlingen entscheidet die Behörde nach dem Aussehen. Lass dir die Auskunft schriftlich geben.
  2. Erlaubnis beantragen, bevor der Hund einziehtFast alle Listenländer verlangen die Erlaubnis vor Beginn der Haltung. Tierheime kennen das Verfahren und stellen oft Unterlagen zum Hund bereit. Hessen erteilt ab Geburt der Welpen eine vorläufige Erlaubnis.
  3. Führungszeugnis und Versicherung besorgenDas Führungszeugnis beantragst du beim Bürgerbüro. Die Haftpflicht schließt du vor dem Einzug ab und legst die Bestätigung der Behörde vor.
  4. Sachkunde erwerbenLerne die Theorie online und übe die Praxis in einer Hundeschule. Die Fragen zu Verhalten, Haltung und Recht findest du in den Lektionen mit Fragen und Antworten.
  5. Hund chippen und anmeldenMelde den Hund bei der Gemeinde zur Steuer an und teile der Ordnungsbehörde die Chipnummer mit. Wie das funktioniert, zeigt die Seite Hund anmelden.

Rechne für das erste Jahr mit Gebühren für Erlaubnis und Wesenstest im niedrigen dreistelligen Bereich. Hessen nennt für die Erlaubnis 96 bis 338 Euro. Dazu kommen Versicherung, Hundeschule und die Hundesteuer deiner Gemeinde.

Einige Städte belohnen die Aufnahme aus dem Tierheim. Essen erlässt die Steuer für Tierheimhunde bis zu 36 Monate lang, allerdings nur mit Erlaubnisantrag. Frag bei deiner Kämmerei nach, ob es eine solche Regel gibt.

Hundehalter füllt am Schalter des Ordnungsamts einen Antrag aus, sein Staffordshire Bullterrier sitzt angeleint daneben

Häufige Fragen zu Listenhunden

Welche Hunde gehören zu den Listenhunden?

Das bestimmt jedes Bundesland selbst. Pit Bull Terrier und American Staffordshire Terrier stehen in allen elf Ländern mit Rasseliste. Staffordshire Bullterrier und Bullterrier folgen mit je neun Ländern. Bayern zählt 19 Rassen auf. Rheinland-Pfalz, das Saarland, Berlin und Sachsen kommen mit drei Rassen aus.

Welche Hunde gehören zu den Kampfhunden?

Kampfhund ist der ältere Begriff für Listenhund. Bayern und Baden-Württemberg nutzen ihn noch im Gesetz. Gemeint sind dieselben Rassen, also vor allem Pit Bull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier sowie je nach Land Molosser wie Mastiff, Dogo Argentino oder Rottweiler.

In welchem Bundesland gibt es noch Listenhunde?

In elf Ländern: Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Keine Rasseliste haben Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen.

Ist der Rottweiler ein Listenhund?

In vier Ländern ja: Bayern, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen. In Bayern widerlegst du die Vermutung mit einem Gutachten, in Hamburg mit einem Wesenstest. In Hessen brauchst du immer eine Erlaubnis. In NRW gelten die Pflichten nach § 10 LHundG.

Ist der Cane Corso oder der Dobermann ein Listenhund?

Den Cane Corso führt nur Bayern, dort in Kategorie 2. Den Dobermann führt kein Bundesland. Beide Rassen können aber wie jeder andere Hund nach einem Vorfall im Einzelfall als gefährlich eingestuft werden.

Sind Listenhunde gefährlicher als andere Hunde?

Das lässt sich wissenschaftlich nicht belegen. Deshalb haben fünf Länder ihre Listen abgeschafft und prüfen nur noch das Verhalten des einzelnen Hundes. Die übrigen Länder halten an der Vermutung fest, weil die Rassen groß, kräftig und beißstark sind. Entscheidend bleibt, wie der Halter seinen Hund erzieht und führt.

Darf ich mit einem Listenhund in ein anderes Bundesland ziehen?

Ja, aber das Recht des neuen Wohnorts gilt ab dem Umzugstag. Kläre vorher mit dem neuen Ordnungsamt, ob du eine Erlaubnis brauchst und welche Nachweise aus dem alten Land zählen. In Bremen und Hamburg ist eine Neuaufnahme besonders schwierig.

Darf ich mit einem Listenhund in den Urlaub nach Deutschland reisen?

Mit Wohnsitz im Ausland darfst du einen Hund der vier Rassen mit Einfuhrverbot höchstens vier Wochen mitbringen. Vor Ort gelten dann die Regeln des jeweiligen Landes, also oft Leine und Maulkorb. Hessen erlaubt Besuchern ohne hessische Sachkunde bis zu vier Wochen Aufenthalt mit Maulkorb.

Was passiert, wenn ich einen Listenhund ohne Erlaubnis halte?

Du begehst eine Ordnungswidrigkeit. Bayern sieht dafür bis zu 10.000 Euro Bußgeld vor, Hessen bis zu 5.000 Euro. Wer in Bayern einen Kampfhund ohne Erlaubnis züchtet, riskiert sogar bis zu 50.000 Euro. Zusätzlich kann die Behörde den Hund sicherstellen und in Hessen sogar einziehen. Stell den Antrag deshalb immer vor dem Einzug des Hundes.

Bereite dich auf die Sachkundeprüfung vor

Ob Listenhund oder Familienhund: Die Theorieprüfung fragt Verhalten, Haltung und Recht ab. Alle Fragen des amtlichen Katalogs mit Erklärung zu jeder Antwort, kostenlos und ohne Anmeldung.

Sachkundenachweis Hunde üben →

Stand: 23. September 2026 · Geprüft von Jürgen Lammers, Diplom-Verwaltungswirt, seit 1993 im Ordnungsamt zuständig für das Landeshundegesetz · Keine Rechtsberatung. Verbindlich ist die Auskunft deiner Ordnungsbehörde.