Rassen-Check · Dogo Argentino

Ist der Dogo Argentino ein Listenhund? Alle Bundesländer im Überblick

Ja, in fünf Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen steht der Dogo Argentino auf der Liste nach § 10 Abs. 1 LHundG, mit Erlaubnispflicht, Sachkunde, Leinen- und Maulkorbpflicht. Gelistet ist er außerdem in Bayern (Kategorie 2), Hamburg (zweite Gruppe), Hessen und Baden-Württemberg. In Baden-Württemberg gilt er aber nur dann als Kampfhund, wenn im Einzelfall Anhaltspunkte für gesteigerte Aggressivität vorliegen. In den übrigen elf Ländern steht er auf keiner Liste.

Wähl dein Bundesland, der Check zeigt dir die Einstufung und ob ein Wesenstest dort befreien kann.

Ist dein Hund ein Listenhund?

Rasselisten sind Ländersache, dieselbe Rasse kann in einem Bundesland frei gehalten werden und im nächsten erlaubnispflichtig sein. Wähl beides aus.



Was in NRW gilt

Der Dogo Argentino gehört zu den zehn Rassen des § 10 Abs. 1 LHundG NRW, der zweiten, weniger strengen Liste des Landeshundegesetzes.

Was du brauchst Details
Erlaubnis des Ordnungsamts vor der Anschaffung, regulär erteilbar bei Vorliegen der Nachweise
Sachkundenachweis beim Amtsveterinär oder bei anerkannten Sachverständigen, über den gesonderten Katalog mit 116 Fragen
Zuverlässigkeit in der Regel Führungszeugnis
Mikrochip und Haftpflicht Pflicht
Leinen- und Maulkorbpflicht über § 5, auch außerhalb bebauter Gebiete

Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben →

Kein Zuchtverbot und keine Hürde des besonderen Interesses, das unterscheidet § 10 von § 3. Und beim Kreuzungsbegriff: erfasst sind nur Kreuzungen der zehn § 10-Rassen untereinander.

Den Fragenkatalog kannst du hier üben: Teil A, Teil B und Teil C.

In welchen Bundesländern ist der Dogo Argentino gelistet?

Bundesland Einstufung Wesenstest hilft?
Nordrhein-Westfalen § 10 Abs. 1 Listung bleibt
Baden-Württemberg § 1 Abs. 3 PolVOgH, keine Vermutung nicht nötig, Kampfhund nur im Einzelfall
Bayern Kategorie 2 ja
Hamburg zweite Gruppe ja
Hessen erlaubnispflichtig Befreiung möglich

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Nicht gelistet in Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen. Brandenburg führt seit dem 1. Juli 2024 keine Rasseliste mehr. Nach der Hundehalterverordnung brauchst du dort keine Erlaubnis.

Die übrigen § 10-Rassen aus NRW sind ähnlich uneinheitlich geregelt, darunter Mastiff, Tosa Inu und weitere.

Interessant: Berlin und Bremen führen zwar Listen, der Dogo steht dort aber nicht drauf. Beide Listen erfassen nur Terrier-Rassen, Berlin drei und Bremen vier.

Warum sind Jagdtrieb und Taubheit beim Dogo Argentino wichtig?

Der Dogo Argentino ist die einzige Hunderasse Argentiniens. Entwickelt wurde sie in den 1920er Jahren gezielt für die Großwildjagd auf Pumas und Wildschweine, als Rudel arbeitender Jagdhund mit hoher Schmerztoleranz.

Ausgeprägter Jagdtrieb

Anders als bei den meisten gelisteten Molossern steht beim Dogo nicht Wachverhalten im Vordergrund, sondern Beutetrieb. Für Halter heißt das: Rückruftraining hat Priorität, und Freilauf in wildreichem Gebiet ist ein echtes Thema.

Hohe Reizschwelle, aber hohe Intensität

Er reagiert nicht schnell, aber wenn, dann mit Nachdruck. Das macht ihn im Alltag oft angenehm gelassen, und Fehler in der Sozialisierung entsprechend folgenreich.

Dazu kommt ein Gesundheitsthema, das mit der weißen Farbe zusammenhängt: Taubheit. Ein relevanter Anteil der Welpen ist ein- oder beidseitig gehörlos. Seriöse Züchter lassen einen BAER-Hörtest durchführen, danach sollte man fragen.

Was der Dogo Argentino im Alltag braucht

Rund 60 bis 68 Zentimeter, 40 bis 45 Kilogramm, Lebenserwartung zehn bis zwölf Jahre. Kurzes, rein weißes Fell.

Er ist kräftig, athletisch und ausdauernd, deutlich sportlicher als die schweren Molosser. Sein Bewegungsbedürfnis ist hoch, sein Bedürfnis nach Nähe zur Familie ebenfalls. Zwingerhaltung ist für ihn ungeeignet.

Er braucht früh und breit angelegte Sozialisierung, konsequente Führung ohne Härte und einen Halter, der seinen Beutetrieb ernst nimmt. Für Ersthalter ist er nicht geeignet.

Das weiße Fell bringt zusätzlich Sonnenempfindlichkeit mit sich, bei intensiver Sonne braucht besonders die Nase Schutz.

Häufige Fragen

Ist der Dogo Argentino in Deutschland verboten?

Nein. In keinem Bundesland ist die Haltung verboten. Fünf Länder führen ihn auf ihrer Liste. In Baden-Württemberg gilt er dabei nur im Einzelfall als Kampfhund. In elf Ländern ist er nicht gelistet.

Ist der Dogo Argentino in NRW ein Listenhund?

Ja, nach § 10 Abs. 1 LHundG NRW, der weniger strengen der beiden Listen.

Kann ein Wesenstest von den Auflagen befreien?

In Bayern und Hamburg ja, dort ist die Einstufung widerlegbar. In Baden-Württemberg gilt keine Vermutung. Dort zählt er nur bei Anhaltspunkten im Einzelfall als Kampfhund. In NRW bleibt die Listung bestehen, in Hessen ist eine Befreiung von der Maulkorbpflicht möglich.

Braucht der Dogo Argentino einen Maulkorb?

In NRW ja, über den Verweis von § 10 auf § 5. In den Ländern mit widerlegbarer Einstufung nur bis zum bestandenen Wesenstest.

Warum sind manche Dogos taub?

Die weiße Fellfarbe geht mit einem erhöhten Risiko für angeborene Taubheit einher. Seriöse Züchter lassen die Welpen per BAER-Test untersuchen.

Fällt ein Dogo-Argentino-Mischling unter § 10?

Nur, wenn beide Elternteile aus der § 10-Liste stammen.

Nächster Schritt

In NRW ist der Dogo Argentino erlaubnispflichtig. Der gesonderte Fragenkatalog mit 116 Fragen steht hier kostenlos zum Üben.

Listenhunde Fragenkatalog Teil A →

Rasselisten ändern sich; verbindlich ist immer die aktuelle Fassung des Landesrechts und die Auskunft deines Ordnungsamts. Keine Rechtsberatung. Von Jürgen Lammers.