Listenhunde · Teil A
Der größte Block im Katalog: Körpersprache, Erziehung, Aggressionsverhalten und der Umgang mit dem Hund im Alltag. Klick dich durch, du bekommst nach jeder Antwort sofort die Auflösung.
Teil A macht rund die Hälfte des Katalogs aus. Geprüft wird, ob du deinen Hund lesen kannst: Was sagen Ohren, Rute und Körperhaltung, wie reagierst du bei einer Rauferei, wie baust du ein Kommando auf. Genau die Situationen also, in denen ein Halter im Alltag Entscheidungen trifft.
Sechs Fragen in Teil A sind Zuordnungsaufgaben. Dort ordnest du Begriffe Abbildungen zu, die nur im gedruckten Katalog stehen. Diese sechs findest du weiter unten mit Musterlösung, im Test selbst laufen die 51 ankreuzbaren Fragen.
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bestandenSo holst du das Meiste heraus: Geh den Teil einmal komplett durch, ohne zu schummeln. Notier dir die Fragen, bei denen du danebenlagst, und wiederhol nur diese am nächsten Tag. Zwei Durchgänge mit einem Tag Abstand bringen mehr als fünf Durchgänge hintereinander.
Diese Fragen beziehen sich auf Abbildungen im gedruckten Katalog und lassen sich online nicht ankreuzen. Die Musterlösung steht hier, damit du sie trotzdem mitlernst.
| Nr. | Aufgabe | Musterlösung |
|---|---|---|
| A2 | Ordnen Sie nachstehende Begriffe den abgebildeten Körperteilen zu: | a) 1 b) 6 c) 3 d) 4 e) 2 f) 5 |
| A3 | Ordnen Sie nachstehende Begriffe den abgebildeten Kopfhaltungen zu: | a) 3 b) 1 c) 2 |
| A4 | Ordnen Sie nachstehende Begriffe den aufgeführten Geräuschen zu: | a) 2 b) 3 c) 1 |
| A5 | Ordnen Sie nachstehende Begriffe den abgebildeten Schwanzhaltungen zu: | a) 2 b) 5 c) 3 d) 1 e) 4 |
| A38 | Verknüpfen Sie die folgenden Aussagen richtig miteinander | a) 4 |
| A41 | Verknüpfen Sie die Aussagen über die Aggressivität richtig miteinander | a) 2 b) 3 c) 1 |
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben →
Acht Fragen dieses Teils arbeiten mit Abbildungen oder Zuordnungslisten, die nur im Prüfungsbogen stehen. Sie sind hier mit dem offiziellen Lösungsschlüssel und einer Beschreibung aufgeführt. Außerdem stammt der Katalog von 2014: Mehrere Fragen beruhen auf der Dominanztheorie, die die Verhaltensbiologie inzwischen verworfen hat. In der Prüfung gilt die amtliche Lösung, sie steht hier deshalb an erster Stelle. Wo sich der Kenntnisstand geändert hat, findest du einen Hinweis dazu. Die Fragen A35 und A36 behandeln von der Kastration nur die Wirkung auf das Verhalten. Ab welchem Alter der Eingriff vertretbar ist, was er kostet und welche medizinischen Gründe für ihn sprechen, steht unter Hund kastrieren.
Richtig: B und C
Ohren und Rute sind die beweglichsten Signalgeber und schon aus einiger Entfernung erkennbar. Aufgestellte Nackenhaare zeigen Erregung an, sagen aber nichts über deren Richtung, das kann Angst oder Drohung sein. Die Augen sind zwar aussagekräftig, aber erst aus der Nähe lesbar.
MerksatzOhren und Rute sieht man von weitem, deshalb sind sie die schnellste Information.
Richtig: aufmerksam → 1 · ängstlich → 6 · will spielen → 3 · entspannt → 4 · drohend → 2 · unterwürfig → 5
Die Prüfung zeigt sechs Abbildungen von Körperhaltungen, die den Begriffen zugeordnet werden müssen. Die Grundmuster: Aufmerksamkeit zeigt sich durch aufgerichtete Haltung und nach vorn gerichtete Ohren. Angst durch geducktes Zusammenziehen, eingeklemmte Rute, angelegte Ohren. Spielaufforderung durch die typische Vorderkörpertiefstellung. Entspannung durch lockere Muskulatur ohne Spannung. Drohung durch Vorwärtsverlagerung, steife Haltung, hoch getragene Rute. Unterwerfung durch Kleinmachen, teils Umdrehen auf den Rücken.
Zuordnung über Abbildungen: Diese Aufgabe wird in der Prüfung anhand von Abbildungen beziehungsweise einer vorgegebenen Liste gestellt. Der Lösungsweg steht in der Erklärung.
MerksatzVorwärts und steif heißt Drohung, klein und weg heißt Angst.
Richtig: ängstlich → 3 · aufmerksam → 1 · drohend → 2
An der Kopfhaltung allein sind drei Zustände gut zu unterscheiden. Aufmerksam: Kopf gerade oder leicht erhoben, Ohren nach vorn, Blick gerichtet. Drohend: Kopf leicht gesenkt und vorgeschoben, Lefzen hochgezogen, Nasenrücken gekräuselt, fixierender Blick. Ängstlich: Kopf zurückgenommen, Ohren flach angelegt, Blick abgewendet, oft mit sichtbarem Augenweiß.
Zuordnung über Abbildungen: Diese Aufgabe wird in der Prüfung anhand von Abbildungen beziehungsweise einer vorgegebenen Liste gestellt. Der Lösungsweg steht in der Erklärung.
MerksatzOhren nach vorn heißt Interesse, Ohren nach hinten heißt Rückzug.
Richtig: a → 2 · b → 3 · c → 1
Die Prüfung listet Lautäußerungen wie Bellen, Knurren und Winseln, die Bedeutungen zugeordnet werden müssen. Wichtig ist das Grundverständnis: Knurren ist eine Distanzankündigung und damit eine Warnung. Bellen hat viele Bedeutungen und muss immer im Zusammenhang mit der Körpersprache gelesen werden. Winseln und Jaulen signalisieren Erregung, Frustration oder Schmerz.
Zuordnung über Abbildungen: Diese Aufgabe wird in der Prüfung anhand von Abbildungen beziehungsweise einer vorgegebenen Liste gestellt. Der Lösungsweg steht in der Erklärung.
MerksatzKnurren ist eine Ankündigung, keine Aggression, es kommt vor dem Beißen, nicht danach.
Richtig: drohend → 2 · Angst → 5 · Normalhaltung → 3 · aufmerksam → 1 · Demut → 4
Die Rutenhaltung folgt einer einfachen Höhenlogik. Je höher und steifer die Rute getragen wird, desto größer die Erregung und Selbstsicherheit, hoch aufgerichtet und steif steht für Drohung. Waagerecht bis leicht erhoben zeigt Aufmerksamkeit. Die Normalhaltung ist rassetypisch verschieden und entspannt. Tief getragen bedeutet Zurückhaltung oder Demut, zwischen die Hinterbeine geklemmt Angst.
Zuordnung über Abbildungen: Diese Aufgabe wird in der Prüfung anhand von Abbildungen beziehungsweise einer vorgegebenen Liste gestellt. Der Lösungsweg steht in der Erklärung.
MerksatzJe höher die Rute, desto höher die Erregung. Wedeln allein heißt nicht Freude.
Richtig: D
Ausweichen nimmt Spannung aus der Situation, ohne sie zu dramatisieren. Den kleinen Hund hochzunehmen ist der klassische Fehler: Er wird dadurch zum Objekt auf Augenhöhe und kann nicht mehr ausweichen, genau das kann den fremden Hund erst zum Hochspringen bringen. Den fremden Hund zu verscheuchen erhöht die Erregung aller Beteiligten.
MerksatzAusweichen statt hochheben. Ein Hund auf dem Arm kann sich nicht selbst helfen.
Richtig: A und B
Die Abbildung zeigt einen Hund, bei dem Angst und Aggression gleichzeitig auftreten, das ist der angstaggressive Hund. Er wirkt bedrohlich, weil er keinen Ausweg sieht, nicht weil er Konflikt sucht. Erkennbar an der Mischung: gesträubtes Fell und gefletschte Zähne bei gleichzeitig zurückgenommener Körperhaltung und eingeklemmter Rute. Genau dieser Hund ist gefährlich, weil ihm die Fluchtoption fehlt.
Zuordnung über Abbildungen: Diese Aufgabe wird in der Prüfung anhand von Abbildungen beziehungsweise einer vorgegebenen Liste gestellt. Der Lösungsweg steht in der Erklärung.
MerksatzAngst und Aggression schließen sich nicht aus, der bedrängte Hund ist der gefährlichste.
Richtig: A und C
Hier zeigt die Abbildung die selbstsichere Drohung: Körper nach vorn verlagert, Rute hoch und steif, Ohren aufgerichtet, Blick fixierend. Der Hund kündigt an, dass er bereit ist zu handeln, anders als bei A7 ohne Angstanteil. Diese Drohung ist ernst zu nehmen und erfordert, dass der Halter die Situation auflöst statt abzuwarten.
Zuordnung über Abbildungen: Diese Aufgabe wird in der Prüfung anhand von Abbildungen beziehungsweise einer vorgegebenen Liste gestellt. Der Lösungsweg steht in der Erklärung.
MerksatzNach vorn und aufgerichtet ist offensive Drohung, zurück und geduckt ist defensive.
Richtig: D
Weggehen nutzt den Folgetrieb, der Hund kommt nach, weil er den Anschluss nicht verlieren will. Hinterherlaufen macht daraus ein Spiel, bei dem der Hund gewinnt. Immer weiterrufen entwertet das Signal: Der Hund lernt, dass „Hier“ nichts bedeutet. Und Schimpfen bei der Rückkehr ist der schwerste Fehler, bestraft wird immer das letzte Verhalten, also das Kommen. Danach kommt er beim nächsten Mal gar nicht mehr.
MerksatzWer zurückkommt, wird gelobt, immer, auch nach zehn Minuten Warten.
Richtig: D
Wer in eine laufende Rauferei greift, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit gebissen, meist vom eigenen Hund, weil der im Erregungszustand nicht unterscheidet. Die amtliche Lösung ist bewusst deutlich: Der Eigenschutz geht vor. Die meisten Auseinandersetzungen klären sich in Sekunden von selbst. Wenn eingegriffen werden muss, dann von beiden Haltern gleichzeitig an den Hinterläufen und rückwärts ziehend, nie am Halsband, nie zwischen die Köpfe greifen.
MerksatzNie zwischen zwei raufende Hunde greifen. Der eigene Hund beißt in dem Moment auch dich.
Richtig: A und D
Beides trifft zu, und das ist der Kern der Frage. Kontrollierbarer ist der Hund offensichtlich, der Halter kann ihn führen und Abstand herstellen. Gleichzeitig wird das Verhalten stärker: An der Leine kann der Hund weder ausweichen noch den üblichen Bogen laufen, das erhöht Frustration und Erregung. Das ist die bekannte Leinenaggression, die viele Hunde ohne Leine gar nicht zeigen.
MerksatzDie Leine macht kontrollierbar, aber nicht entspannter. Beides gleichzeitig.
Richtig: D
Der Geruchssinn ist der mit Abstand wichtigste Sinn des Hundes, mit einem Vielfachen der menschlichen Riechzellen. Das Gehör ist ebenfalls deutlich besser als beim Menschen, das Sehvermögen dagegen in Farbwahrnehmung und Schärfe schwächer, dafür besser bei Bewegung und Dämmerung. Praktische Folge: Ein Spaziergang mit viel Schnüffelzeit lastet einen Hund stärker aus als reines Laufen.
MerksatzDer Hund riecht seine Welt, bevor er sie sieht.
Richtig: B, C und D
Hunde lernen über Verknüpfung: Auf ein Verhalten folgt eine Konsequenz, und diese Verbindung wird gespeichert und abgerufen. Was Hunde nicht können, ist abstraktes Denken, sie verstehen keine Regeln im Sinne von Prinzipien und ziehen keine logischen Schlüsse über die Situation hinaus. Deshalb funktioniert Erklären nicht, Timing dagegen schon.
MerksatzDer Hund verknüpft, er versteht nicht. Deshalb zählt, was direkt danach passiert.
Richtig: D
Hunde lernen am zuverlässigsten, wenn mehrere Kanäle zusammenkommen: Wortsignal, Handzeichen und im Zweifel eine körperliche Hilfestellung. Erst später lässt sich das reduzieren. Bemerkenswert: Viele Hunde reagieren im Alltag stärker auf das Sichtzeichen als auf das Wort, was auffällt, sobald man den Hund von hinten anspricht.
MerksatzWort, Handzeichen und Hilfe zusammen, später reicht eines davon.
Richtig: A und D
Ruhige Stimme und Körperkontakt geben Sicherheit, die alte Warnung, man würde Angst dadurch „bestärken“, ist verhaltensbiologisch überholt. Angst ist keine Handlung, die man belohnen könnte, sondern ein Zustand. Ein striktes Kommando erhöht den Druck zusätzlich. Die Leine allein beruhigt nichts, sie verhindert nur das Weglaufen.
MerksatzAngst kann man nicht verstärken. Trost ist erlaubt.
Richtig: B
Anleinen und die Situation aktiv auflösen ist die einzige Antwort, die das Problem beendet statt es auszuhalten. Der Richtungswechsel gibt dem Hund eine klare Handlungsanweisung und vergrößert den Abstand. Begütigendes Zureden allein löst die Situation nicht auf, der Auslöser bleibt. Und Ableinen in dem Moment wäre grob fahrlässig.
MerksatzKnurren heißt Abstand vergrößern, nicht abwarten.
Richtig: A, B und C
Problemverhalten entsteht ganz überwiegend aus Haltungs- und Erziehungsfehlern. Isolation verhindert Sozialisierung, Kettenhaltung erzeugt Frustration und Aggression, falsche Ausbildung verfestigt unerwünschtes Verhalten. Option D ist die entscheidende Falle: Veranlagung spielt eine Rolle, aber „stets bereits angeboren“ ist falsch, sonst wäre jede Erziehung sinnlos.
MerksatzProblemhunde werden gemacht, nicht geboren.
Richtig: B, C und D
Die amtliche Lösung von 2014 nennt Leinenruck und Schnauzengriff als zulässige Formen des Tadels. Schläge sind eindeutig ausgeschlossen und nach dem Tierschutzgesetz verboten.
Hinweis zum heutigen Stand: Leinenruck und Schnauzengriff gelten fachlich inzwischen als überholt und werden von der modernen Verhaltenstherapie abgelehnt. Sie erzeugen Meideverhalten und können bei unsicheren Hunden Aggression auslösen. Für die Prüfung gilt die amtliche Lösung, im Alltag ist der Stimmeinsatz das Mittel der Wahl.
MerksatzIn der Prüfung Stimme, Leinenruck, Schnauzengriff, im Alltag die Stimme.
Richtig: B
Die meisten Zwischenfälle zwischen Hund und Kind gehen nicht von einem plötzlich aggressiven Hund aus, sondern von einem Kind, das den Hund bedrängt, umarmen, auf ihm sitzen, im Korb stören. Wer nur den Hund im Blick hat, sieht die Ursache nicht. Beaufsichtigung heißt: beide, jederzeit, ohne Ausnahme.
MerksatzNie beide allein lassen. Und immer beide beobachten, nicht nur den Hund.
Richtig: A und D
Aggression gehört zum normalen Verhaltensrepertoire jedes Hundes und lässt sich nicht wegtrainieren, das ist der Unterschied zwischen C und D. Kontrollierbar ist sie sehr wohl. Und „ausschließlich ererbt“ ist falsch: Erziehung und Haltung haben erheblichen Anteil.
MerksatzAggression lässt sich kontrollieren, nicht abschaffen.
Richtig: C
Ein angeleinter Hund kann nicht ausweichen. Ihm einen freilaufenden Hund entgegenzuschicken ist unfair und häufig der Auslöser für Leinenaggression, beim anderen Hund. Der angeleinte Hund gibt außerdem einen Hinweis: Der Halter hat einen Grund, ihn nicht frei laufen zu lassen.
MerksatzAngeleinter Hund in Sicht heißt: Eigenen Hund anleinen. Immer.
Richtig: B und C
Spiel setzt voraus, dass beide die Signale des anderen lesen und Grenzen einhalten können. Bei bekannten und gut sozialisierten Hunden ist das gegeben. „Jederzeit“ ist falsch, Größenunterschiede, Erregungslage und schlechte Sozialisierung machen aus Spiel schnell Ernst. Ein Zeichen für gutes Spiel sind Rollenwechsel und Pausen.
MerksatzGutes Spiel hat Pausen und Rollentausch. Wenn beides fehlt, unterbrechen.
Richtig: C
Schnelle Bewegung löst bei vielen Hunden Hinterherlaufen aus, das ist kein Erziehungsfehler, sondern Veranlagung. Anleinen ist die einzige Antwort, die sicher funktioniert. Antwort B verschiebt die Verantwortung auf den Jogger, und „mein Hund beißt nicht“ ist keine Zusage, die jemand annehmen muss.
MerksatzDer Hund wird angeleint, nicht der Jogger umgeleitet.
Richtig: B
Autos stehen an Straßen. Ein Hund, der ohne Leine herausspringt, ist im ersten Moment unkontrolliert, und genau in diesem Moment passieren Unfälle. Erst anleinen, dann öffnen. Sinnvoll ist zusätzlich, dem Hund beizubringen, im Auto zu warten, bis er ein Freigabesignal bekommt.
MerksatzErst die Leine, dann die Tür.
Richtig: C
Zwei Dinge gehören hier zusammen: den eigenen Hund sichern und die Situation entschärfen. Ein hochgenommener kleiner Hund wird für viele Hunde erst interessant, weil er sich auf Augenhöhe befindet und nicht ausweichen kann. Der Hinweis an die andere Person ist deshalb Teil der richtigen Antwort, auch wenn sie ihn nicht annehmen muss.
MerksatzErst den eigenen Hund anleinen, dann den Hinweis geben.
Richtig: C
Sichtbare Angst ist ein klares Signal, und darauf gibt es nur eine angemessene Reaktion. Auch ein Hund, der zuverlässig bei Fuß geht, wirkt auf einen ängstlichen Menschen bedrohlich, solange er nicht angeleint ist. Die Leine ist hier weniger eine Sicherungsmaßnahme als ein sichtbares Zeichen.
MerksatzWer Angst zeigt, bekommt einen angeleinten Hund, ohne Diskussion.
Richtig: C
Bei einem gefährlichen Hund oder einem Hund bestimmter Rassen ist Abstand die Vorgabe, unabhängig davon, wie freundlich der Hund im Alltag ist. Der Halter trägt die Verantwortung und muss die Situation aktiv steuern. Den Hund wegzuziehen löst nichts, weil die Person weiter näher kommen kann.
MerksatzFremde fragen den Halter, nicht den Hund. Und der Halter darf Nein sagen.
Richtig: C
Zwei Hunde verstärken sich gegenseitig, Erregung überträgt sich, und aus zwei einzeln unauffälligen Hunden wird eine Gruppe mit eigener Dynamik. Dazu kommt das Praktische: Zwei Leinen in einer Hand lassen sich im Ernstfall nicht kontrollieren. Deshalb ist das gleichzeitige Führen mehrerer gefährlicher Hunde in vielen Erlaubnisbescheiden ausdrücklich untersagt.
MerksatzZwei Hunde sind nicht doppelt so viel Arbeit, sondern ein anderes Problem.
Richtig: A und C
Geduld, Lob und Konsequenz sind die drei Größen, die jedes Training tragen. Dazu kommt der tägliche Kontakt: Bindung entsteht durch gemeinsame Zeit, nicht durch Übungseinheiten. „Ständige Unterdrückung“ ist nicht nur falsch, sondern erzeugt genau die Probleme, die man vermeiden will.
MerksatzGeduld, Lob, Konsequenz, und jeden Tag Zeit.
Richtig: B
Jagdverhalten zeigt sich typischerweise im zweiten Lebenshalbjahr, wenn der Hund selbstständiger wird und der Radius größer. Viele Halter sind überrascht, weil der Welpe vorher problemlos folgte. Genau deshalb ist es sinnvoll, den Rückruf zu festigen, bevor dieses Fenster aufgeht.
MerksatzZwischen dem 6. und 12. Monat kommt der Jagdtrieb. Vorher den Rückruf sichern.
Richtig: B
Die amtliche Lösung geht davon aus, dass ein Hund, der beim Zerrspiel regelmäßig gewinnt, an Selbstbewusstsein gewinnt.
Hinweis zum heutigen Stand: Die daraus früher abgeleitete Warnung, man dürfe den Hund nie gewinnen lassen, gilt fachlich als überholt. Zerrspiele sind ein gutes Ausdauer- und Bindungsspiel, solange klare Regeln gelten: Es beginnt auf Signal, es endet auf Signal, und das „Aus“ funktioniert. Gewinnen zu dürfen ist dann unproblematisch.
MerksatzIn der Prüfung: Gewinnen steigert das Selbstbewusstsein. In der Praxis: Regeln zählen mehr als der Ausgang.
Richtig: B
Beißhemmung wird gelernt, nicht vererbt, im Wurf durch die Reaktion der Geschwister, später durch die Reaktion des Menschen. Der Mechanismus ist einfach: Zu fest bedeutet, das Spiel ist sofort vorbei. Der Hund lernt, dass Vorsicht das Spiel erhält. Erklären funktioniert nicht, weil Hunde nicht abstrakt denken, siehe A14.
MerksatzZu fest gebissen heißt Spiel sofort beenden. Das ist die einzige Sprache, die wirkt.
Richtig: A
Ein deutlich unterbeschäftigter Hund entwickelt Ersatzverhalten, Zerstören, Dauerbellen, Unruhe, teils Aggression. Umgekehrt gilt aber auch: Ein Hund, der nur körperlich ausgelastet wird, wird fitter, nicht ruhiger. Die Mischung aus Bewegung, Schnüffeln und geistiger Beschäftigung macht den Unterschied.
MerksatzZu wenig Auslauf erzeugt Probleme. Nur Rennen löst sie nicht.
Richtig: B
Bei rüdentypischer, hormonell gesteuerter Aggression gegenüber anderen Rüden wirkt die Kastration häufig mäßigend. Auf Aggression, die aus Angst oder Unsicherheit entsteht, hat sie keinen Einfluss, und kann sie sogar verstärken, weil dem Hund Selbstsicherheit fehlt. Deshalb ist die Kastration kein Mittel gegen Aggression allgemein.
MerksatzKastration wirkt auf Hormone, nicht auf Angst.
Richtig: C
Nach der amtlichen Lösung hat die Kastration bei Hündinnen keinen Einfluss auf das Aggressionsverhalten. Der Unterschied zum Rüden liegt darin, dass die Aggression bei Hündinnen seltener hormonell gesteuert ist. Die Kastration bleibt bei ihr ein medizinischer oder Zuchteingriff, kein Verhaltenswerkzeug.
MerksatzBeim Rüden oft mäßigend, bei der Hündin gar nicht, das ist der Unterschied.
Richtig: A und C
Der Katalog von 2014 verlangt „autoritär und konsequent“. Gemeint ist damit klare Führung mit verlässlichen Regeln, nicht Härte. Antiautoritär scheidet aus, weil dem Hund dann die Orientierung fehlt, und „je nach eigener Lebensauffassung“ widerspricht der Konsequenz.
Hinweis zum heutigen Stand: Das Wort „autoritär“ würde man heute durch „klar und verlässlich“ ersetzen. Am Ergebnis ändert das nichts, der Hund braucht nachvollziehbare Regeln, die immer gelten.
MerksatzKonsequenz schlägt Strenge. Regeln, die immer gelten, sind wichtiger als harte Regeln.
Richtig: a → 4 (weitere Zuordnungen laut Prüfungsbogen)
Diese Frage besteht aus einer Zuordnungsliste, die nur im vollständigen Prüfungsbogen abgebildet ist. Inhaltlich geht es um Grundzusammenhänge zwischen Verhalten und Ursache.
Zuordnung über Abbildungen: Diese Aufgabe wird in der Prüfung anhand von Abbildungen beziehungsweise einer vorgegebenen Liste gestellt. Der Lösungsweg steht in der Erklärung.
Richtig: A, B und D
Streicheln, Stimme und Futter sind die drei Belohnungsformen, und welche am besten wirkt, ist von Hund zu Hund verschieden. Nichtbeachtung ist keine Belohnung, sondern das Gegenteil, sie wird gezielt eingesetzt, um unerwünschtes Verhalten nicht zu verstärken.
MerksatzLoben geht über Stimme, Hand und Futter. Ignorieren ist kein Lob.
Richtig: B und C
In den ersten Wochen verteidigt die Hündin ihren Wurf, das ist normales und funktionales Verhalten, auch bei sonst freundlichen Hündinnen. Dasselbe kann bei Scheinträchtigkeit auftreten, wenn die Hündin Ersatzobjekte wie Spielzeug bewacht. Wichtig für den Alltag: In dieser Zeit gehören Kinder nicht an die Wurfkiste.
MerksatzAuch die freundlichste Hündin verteidigt ihre Welpen. Das ist normal, kein Fehler.
Richtig: a → 2 · b → 3 · c → 1
Auch hier verweist der Katalog auf eine Zuordnungsliste aus dem Prüfungsbogen. Inhaltlich geht es um die Unterscheidung der Aggressionsformen, etwa Angstaggression, Territorialaggression und Aggression um Ressourcen.
Zuordnung über Abbildungen: Diese Aufgabe wird in der Prüfung anhand von Abbildungen beziehungsweise einer vorgegebenen Liste gestellt. Der Lösungsweg steht in der Erklärung.
Richtig: B, C und D
Kinder sind für Hunde schwer einzuschätzen: unvorhersehbare Bewegungen, hohe Lautstärke, direkter Blickkontakt, Umarmungen. Das sind aus Hundesicht bedrängende Signale. Antwort A dreht die Sache um, Kinder werden von Hunden gerade nicht als Respektspersonen wahrgenommen, sondern eher als gleichrangig oder tiefer im Rang.
MerksatzKinder sind für Hunde unberechenbar. Deshalb braucht dieses Paar immer Aufsicht.
Richtig: C
Die amtliche Lösung von 2014 folgt der Rangordnungstheorie: Der Hund steht in der Familie unten.
Hinweis zum heutigen Stand: Diese Vorstellung gilt fachlich als überholt. Hunde streben keine „Rangordnung“ gegenüber Menschen an, und Verhaltensprobleme entstehen nicht daraus, dass ein Hund „zu hoch“ steht. Was tatsächlich zählt, sind verlässliche Regeln und die Frage, wer Zugang zu Ressourcen steuert. Für die Prüfung gilt trotzdem Antwort C.
MerksatzPrüfung: unterste Rangstellung. Praxis: klare Regeln statt Rangordnung.
Richtig: B
Die Sozialisationsphase reicht etwa von der vierten bis zur sechzehnten Lebenswoche. Was der Welpe in dieser Zeit kennenlernt, bleibt später unproblematisch, was fehlt, wird oft dauerhaft zum Problem. Wichtig ist die Dosierung: viele verschiedene Reize, aber jeweils in kleinen Portionen und positiv verknüpft.
MerksatzWoche 4 bis 16 entscheidet. Was der Welpe dann nicht kennenlernt, fehlt ihm später.
Richtig: C
Schnappen im Spiel ist zwar altersgemäß, darf aber nicht geduldet werden, aus dem niedlichen Welpen wird ein Hund mit derselben Gewohnheit und deutlich mehr Kraft. „Maßregeln“ heißt hier nicht strafen, sondern: Spiel sofort beenden. Siehe A33.
MerksatzWas beim Welpen niedlich ist, ist beim erwachsenen Hund gefährlich.
Richtig: A, B und D
Zulässig sind Formen, die unmittelbar wirken und dem Hund nichts vorenthalten, was er zum Wohlbefinden braucht. Schläge sind nach dem Tierschutzgesetz verboten. Und das Streichen des Spaziergangs funktioniert nicht: Der zeitliche Abstand ist viel zu groß, der Hund kann die Verbindung nicht herstellen, und Auslauf ist ein Grundbedürfnis, kein Privileg.
MerksatzStrafe muss sofort kommen. Der gestrichene Spaziergang bestraft niemanden außer den Hund.
Richtig: A, B und D
Die drei sicherheitsrelevanten Signale sind Sitz oder Platz zum Anhalten, Aus zum Loslassen und Hier für den Rückruf. Mit diesen dreien lassen sich die meisten kritischen Situationen auflösen. Pfötchen und Türöffnen sind Kunststücke ohne Sicherheitswert.
MerksatzSitz, Aus, Hier. Alles andere ist Kür.
Richtig: B
Das Zeitfenster für die Verknüpfung ist sehr kurz. Kommt die Belohnung später, verknüpft der Hund sie mit dem, was er gerade in diesem Moment tut, nicht mit dem gewünschten Verhalten. Wer erst in die Tasche greift und dann lobt, belohnt oft das Aufstehen statt das Sitzen. Deshalb arbeiten viele mit einem Markerwort oder Clicker.
MerksatzEin bis zwei Sekunden. Danach lernt der Hund etwas anderes, als du meinst.
Richtig: A und D
Die amtliche Lösung folgt der Rangordnungstheorie: Der Mensch steuert Ressourcen und Raum.
Hinweis zum heutigen Stand: Der Begriff „Dominanz“ wird in der Verhaltensbiologie so nicht mehr verwendet. Was sich hinter den richtigen Antworten verbirgt, ist trotzdem sinnvoll, Impulskontrolle vor dem Fressen und klare Regeln im Alltag sind gutes Training. Klar falsch bleibt Antwort E: Knurren zu ignorieren und den Hund gewähren zu lassen, führt dazu, dass er lernt, mit Knurren Erfolg zu haben. Richtig ist, die Ursache zu bearbeiten.
MerksatzRegeln ja, Rangkampf nein. Und Knurren wird bearbeitet, nicht ausgesessen.
Richtig: B
Alle Haushunde stammen vom Wolf ab. Der Dingo ist selbst ein verwilderter Haushund, der Fuchs gehört einer anderen Gattung an und ist mit dem Hund nicht kreuzbar. Wichtig ist die Einordnung: Die gemeinsame Abstammung erklärt einige Verhaltensweisen, aber Hunde sind seit Jahrtausenden an das Leben mit Menschen angepasst und keine Wölfe.
MerksatzDer Wolf ist der Urahn, aber der Hund ist kein Wolf.
Richtig: C
Hunde sind soziale Tiere und auf Gruppenanschluss angewiesen. Praktische Folge: Ein Hund, der viele Stunden allein verbringt, leidet, und zwar unabhängig davon, wie gut er versorgt ist. Der Sozialpartner kann der Mensch sein, aber es muss einen geben.
MerksatzHunde sind soziale Tiere. Alleinsein muss gelernt werden und hat Grenzen.
Richtig: C
Die amtliche Lösung setzt voraus, dass Hunde in festen Rangordnungen leben.
Hinweis zum heutigen Stand: Auch das ist überholt. Freilebende Hunde bilden lockere Gruppen ohne starre Hierarchie, und selbst bei Wölfen entspricht die Struktur eher einem Familienverband als einer Rangordnung. Was richtig bleibt: Hunde brauchen Verlässlichkeit und klare Strukturen, nur eben keine Rangkämpfe.
MerksatzPrüfung: Hierarchie. Praxis: Verlässlichkeit statt Rangordnung.
Richtig: A
Aggression gehört zum normalen Verhaltensrepertoire jedes Hundes, sie dient dazu, Abstand herzustellen und Konflikte zu regeln, ohne dass es zum Kampf kommt. Ein Hund, der nie droht, ist nicht der bessere Hund, sondern oft der gefährlichere: Ihm fehlt die Vorwarnstufe. Siehe auch A21 und A54.
MerksatzAggression ist normal. Unkontrollierte Aggression ist das Problem.
Richtig: B
Erziehung kann Aggression nicht beseitigen, sie ist Teil des Verhaltensrepertoires. Sie kann aber dafür sorgen, dass der Hund in kritischen Situationen ansprechbar bleibt und der Halter die Situation auflösen kann. Genau darauf zielt die Sachkundeprüfung für gefährliche Hunde ab.
MerksatzKontrollieren, nicht wegtrainieren.
Richtig: C
Nach der amtlichen Lösung von 2014 handelt es sich um dominierendes Verhalten.
Hinweis zum heutigen Stand: Fachlich beschreibt man das heute als Ressourcenverteidigung. Der Hund verteidigt einen Liegeplatz, nicht seinen Rang. Der Unterschied ist praktisch bedeutsam: Wer den Hund in so einer Situation herunterzieht oder bestraft, verschärft das Problem. Richtig ist, den Zugang zur Ressource zu managen und das Verhalten mit Aufbautraining zu bearbeiten. Für die Prüfung gilt Antwort C.
MerksatzPrüfung: dominierendes Verhalten. Praxis: Ressourcenverteidigung, und die bestraft man nicht.
Richtig: A und B
Dieselbe Körperhaltung kann zwei völlig verschiedene Dinge bedeuten, und das ist der Kern der Frage. Entspannt und locker, oft mit Blickkontakt, heißt: Ich will Kontakt. Angespannt, mit abgewendetem Blick, eingeklemmter Rute und steifen Beinen, heißt: Bitte lass mich in Ruhe. Wer das zweite mit dem ersten verwechselt und trotzdem krault, bedrängt den Hund.
MerksatzBauch zeigen heißt nicht automatisch Kraulen. Erst die Spannung lesen.
Richtig: B
Der Hund braucht in dieser Situation eine klare Handlungsanweisung und Abstand zur Tür, der Platz gibt beides. Die Gäste auf den Hund zugehen zu lassen, erhöht den Druck genau dort, wo er ohnehin schon zu hoch ist. Antwort C ist der interessante Fall: Streicheln und Leckerchen im Moment des Knurrens können das Verhalten verstärken, weil sie unmittelbar darauf folgen.
MerksatzErst Abstand schaffen, dann arbeiten. Nicht mitten im Knurren belohnen.
Richtig: B und C
Kurz und immer gleich, das sind die beiden Regeln. Einsilbige Signale heben sich vom übrigen Sprachfluss ab und sind auch unter Erregung noch erkennbar. Wechselnde Formulierungen wie „Sitz“, „Setz dich“ und „Willst du dich mal hinsetzen“ sind für den Hund drei verschiedene Geräusche. Genau deshalb funktioniert Antwort A nicht.
MerksatzEin Wort, immer dasselbe. Sätze versteht der Hund nicht.
Stand des Fragenkatalogs: 16. Dezember 2014. Anders als der 197-Fragen-Katalog für große Hunde, der zum 1. Januar 2025 neu gefasst wurde, ist für diesen Katalog keine neuere Fassung bekannt. Erfrage den aktuellen Bogen vor der Prüfung bei deiner Prüfstelle oder beim zuständigen Veterinäramt.

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Ab 40 Zentimeter Widerristhöhe oder 20 Kilogramm gilt ein anderer Katalog mit 197 Fragen. Den übst du in den Lektionen, ebenfalls kostenlos.
Stand Juli 2026. Keine Rechtsberatung, zuständig ist dein örtliches Ordnungsamt. Der Fragenkatalog hat den Stand 16.12.2014 (Rhein-Kreis Neuss, Veterinäramt). Frag beim zuständigen Veterinäramt nach, ob dort eine neuere Fassung gilt. Alles zu Auflagen, Erlaubnis und Prüfungsablauf steht auf der Seite zu Listenhunden in NRW.