Was hilft
Abstammungsnachweise, wenn vorhanden. Tierheimunterlagen. Eine Rassebestimmung per DNA-Test — sie ist rechtlich nicht bindend, wird aber teils berücksichtigt. Und die frühzeitige, offene Kommunikation mit der Behörde.
Rassen-Check · Pitbull Terrier
Ja — in zwölf von sechzehn Bundesländern, und meist in der strengsten Kategorie. In Nordrhein-Westfalen steht der Pitbull Terrier in § 3 Abs. 2 LHundG: Erlaubnis nur bei besonderem Interesse, Sachkunde beim Amtsveterinär, Leinen- und Maulkorbpflicht, Zuchtverbot. In Brandenburg und Bremen ist die Haltung verboten, in Bayern und Baden-Württemberg gilt er als unwiderleglich gefährlich. Eine Besonderheit: Der Pitbull ist keine von der FCI anerkannte Rasse — rechtlich wird er als Typ erfasst.
Wähl dein Bundesland — der Check zeigt dir, ob die Haltung dort erlaubt, erlaubnispflichtig oder verboten ist.
Rasselisten sind Ländersache — dieselbe Rasse kann in einem Bundesland frei gehalten werden und im nächsten erlaubnispflichtig sein. Wähl beides aus.
Ein Punkt, den kaum ein Ratgeber sauber erklärt.
Der American Pit Bull Terrier ist von der FCI, dem internationalen Dachverband der Hundezucht, nicht anerkannt. Es gibt in Deutschland keine offizielle Zuchtbuchführung und damit keine Ahnentafel im üblichen Sinn.
Die Landesgesetze lösen das unterschiedlich. Rheinland-Pfalz etwa spricht ausdrücklich von „Hunden des Typs Pitbull Terrier“ statt von einer Rasse. Andere Länder listen ihn wie eine Rasse.
Praktisch bedeutet das: Ob ein Hund als Pitbull eingestuft wird, entscheidet im Zweifel die Behörde anhand des Erscheinungsbildes — nicht anhand von Papieren, die es gar nicht gibt. Das ist für Halter von Mischlingen der kritische Punkt: Ein Hund ohne Abstammungsnachweis, der dem Typ ähnelt, kann eingestuft werden.
Wer einen Mischling anmeldet, sollte deshalb weder raten noch beschönigen. „Mischling“ mit Größenangabe ist die richtige Eintragung — mehr dazu unter Hund anmelden.
Der Pitbull gehört zu den vier Rassen, die das Landeshundegesetz ausdrücklich als gefährlich führt.
| Auflage | Inhalt |
|---|---|
| Erlaubnis | nur bei nachgewiesenem besonderem privatem oder öffentlichem Interesse — praktisch ein Anschaffungsverbot |
| Sachkunde | beim Amtsveterinär mit praktischem Teil, über den 116-Fragen-Katalog |
| Zuverlässigkeit | Führungszeugnis |
| Leine und Maulkorb | nach § 5, auch außerorts |
| Zuchtverbot | seit dem 6. Juli 2000 |
| Weiteres | Mikrochip, Haftpflicht, meist deutlich erhöhte Hundesteuer |
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben →
Üben kannst du den Katalog hier: Teil A, Teil B und Teil C.
Der Kreuzungsbegriff ist hier am weitesten: erfasst sind Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden. Jeder Pitbull-Mischling fällt unter § 3, unabhängig vom zweiten Elternteil.
Die Behörde kann auf Antrag von der Leinenpflicht befreien, wenn nachgewiesen ist, dass keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu befürchten ist. Von der Maulkorbpflicht nicht.
| Einstufung | Bundesländer |
|---|---|
| Haltung verboten | Brandenburg, Bremen |
| Unwiderleglich gefährlich | Nordrhein-Westfalen (§ 3), Bayern (Kategorie 1), Baden-Württemberg (Kategorie 1), Hamburg |
| Gelistet, erlaubnispflichtig | Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt |
| Nicht gelistet | Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern |
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben →
In keinem der zwölf listenden Bundesländer kann ein Wesenstest die Einstufung aufheben — der Pitbull steht überall in der nicht widerlegbaren Stufe. Das unterscheidet ihn von Rottweiler, Bullmastiff und Dogo Argentino.
Für Halter von kräftigen Mischlingen ist das die realistische Situation.
Meldet sich das Ordnungsamt mit dem Verdacht, der Hund sei ein Pitbull oder eine Kreuzung, läuft in der Regel ein Feststellungsverfahren. Die Behörde beurteilt das Erscheinungsbild, teils unter Hinzuziehung eines Amtsveterinärs.
Abstammungsnachweise, wenn vorhanden. Tierheimunterlagen. Eine Rassebestimmung per DNA-Test — sie ist rechtlich nicht bindend, wird aber teils berücksichtigt. Und die frühzeitige, offene Kommunikation mit der Behörde.
Den Hund gar nicht anzumelden. Wird er später entdeckt, kommt zur Einstufung noch der Vorwurf, die Erlaubnispflicht umgangen zu haben — dazu die rückwirkende Hundesteuer.
Gegen den Feststellungsbescheid ist der Widerspruch möglich. Bei einem laufenden Ordnungsverfahren gehört anwaltlicher Rat dazu; diese Seite ersetzt ihn nicht.
Eine ehrliche Anmerkung zum Schluss, weil sie zur Sache gehört.
Rasselisten sind rechtspolitisch umstritten. Mehrere Bundesländer haben ihre Listen abgeschafft — Thüringen 2018, Mecklenburg-Vorpommern 2022 — mit der Begründung, dass die Rassezugehörigkeit allein keine Gefährlichkeit begründet. Niedersachsen verlangt stattdessen von allen Haltern den Hundeführerschein.
Für dich als Halter ändert das nichts an der geltenden Rechtslage. Wer in NRW einen Pitbull oder einen entsprechenden Mischling hält, unterliegt § 3 — unabhängig davon, wie man die Regelung bewertet.
In Brandenburg und Bremen ist die Haltung verboten. In zehn weiteren Ländern ist sie erlaubnispflichtig, in NRW faktisch nur für Bestandshunde.
Nein. Die FCI erkennt ihn nicht an. Rechtlich wird er teils als „Typ“ erfasst, die Einstufung erfolgt im Zweifel über das Erscheinungsbild.
Ja. Bei den § 3-Rassen sind Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden erfasst — unabhängig vom zweiten Elternteil.
Nein. In allen zwölf listenden Bundesländern steht der Pitbull in der nicht widerlegbaren Stufe.
In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
Es folgt ein Feststellungsverfahren mit Beurteilung des Erscheinungsbildes. Gegen den Bescheid ist Widerspruch möglich; bei laufendem Verfahren gehört anwaltlicher Rat dazu.
Für § 3-Hunde verlangt NRW die Sachkunde beim Amtsveterinär. Der gesonderte Fragenkatalog steht hier kostenlos zum Üben.
Stand: 2. August 2026 · Rasselisten ändern sich; verbindlich ist immer die aktuelle Fassung des Landesrechts und die Auskunft deines Ordnungsamts. Keine Rechtsberatung. Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung. Bei einem laufenden Ordnungsverfahren wende dich an eine Anwältin oder einen Anwalt. Von Jürgen Lammers, mehr über mich.