Von Niedersachsen nach NRW
Aus einem Hund ohne jede Auflage wird über Nacht ein Hund nach § 3, mit Erlaubnispflicht, Maulkorb und erhöhter Steuer.
Rassen-Check · American Staffordshire Terrier
Ja, in elf von sechzehn Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen steht der American Staffordshire Terrier in § 3 Abs. 2 LHundG, der strengsten Kategorie: Erlaubnis nur bei besonderem Interesse, Sachkunde beim Amtsveterinär, Leinen- und Maulkorbpflicht, Zuchtverbot seit 2000. In Bremen ist die Haltung verboten, in Bayern und Hamburg gilt er als unwiderleglich gefährlich. In Baden-Württemberg wird seine Gefährlichkeit vermutet, du kannst sie mit einer Verhaltensprüfung widerlegen. Frei ist er in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und seit Juli 2024 auch in Brandenburg.
Wähl dein Bundesland, der Check zeigt dir, ob die Haltung dort erlaubt, erlaubnispflichtig oder verboten ist.
Rasselisten sind Ländersache, dieselbe Rasse kann in einem Bundesland frei gehalten werden und im nächsten erlaubnispflichtig sein. Wähl beides aus.
Drei Namen, die ständig durcheinandergehen. Für die Rechtslage in NRW ist das folgenlos, alle drei stehen in § 3. Für alles andere lohnt die Klarheit:
| Rasse | Größe | Gewicht | FCI-anerkannt? |
|---|---|---|---|
| American Staffordshire Terrier | 43 bis 48 cm | 25 bis 30 kg | ja |
| Staffordshire Bullterrier | 35 bis 41 cm | 11 bis 17 kg | ja |
| American Pit Bull Terrier | 43 bis 53 cm | 16 bis 30 kg | nein |
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Der AmStaff ist eine von der FCI anerkannte Rasse mit Zuchtbuch und Ahnentafel. Das unterscheidet ihn vom Pitbull, der als „Typ“ ohne offizielle Zuchtbuchführung erfasst wird.
Praktische Folge: Beim AmStaff kannst du die Abstammung über die Ahnentafel belegen. Bei einer behördlichen Einstufung ist das ein Vorteil, es geht dann nicht um das Erscheinungsbild, sondern um ein Dokument.
Eine eigene, deutlich kleinere englische Rasse und ein anderer Hund ist der kleinere Staffordshire Bullterrier. Bei der Anmeldung im Ordnungsamt kommt es auf die exakte Bezeichnung an: Hund anmelden.
| Auflage | Inhalt |
|---|---|
| Erlaubnis | nur bei nachgewiesenem besonderem privatem oder öffentlichem Interesse. Für Neuanschaffungen eine sehr hohe Hürde. |
| Sachkunde | beim Amtsveterinär, mit praktischem Teil. Der Katalog umfasst 116 Fragen. |
| Zuverlässigkeit | Führungszeugnis |
| Leine und Maulkorb | nach § 5, auch außerhalb bebauter Gebiete |
| Zuchtverbot | seit dem 6. Juli 2000 |
| Weiteres | Mikrochip, Haftpflicht, in vielen Kommunen ein deutlich erhöhter Steuersatz |
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Üben kannst du den Katalog hier: Teil A, Teil B und Teil C.
Kreuzungen: § 3 erfasst Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden. Ein AmStaff-Labrador-Mischling fällt darunter.
Eine Erleichterung gibt es: Die Behörde kann bei Hunden nach § 3 Abs. 2 auf Antrag von der Leinenpflicht befreien, wenn nachgewiesen ist, dass keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu befürchten ist. Die Maulkorbpflicht bleibt.
| Einstufung | Bundesländer |
|---|---|
| Haltung verboten | Bremen |
| Unwiderleglich gefährlich | Nordrhein-Westfalen (§ 3), Bayern (Kategorie 1), Hamburg (§ 2 Abs. 1 HundeG) |
| Gefährlichkeit vermutet, widerlegbar | Baden-Württemberg (§ 1 Abs. 2 PolVOgH, Verhaltensprüfung), Sachsen, Saarland (Wesenstest befreit) |
| Gelistet, erlaubnispflichtig | Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt |
| Nicht gelistet | Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg (seit 1. Juli 2024) |
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Wie beim Pitbull gilt: In NRW, Bayern und Hamburg hebt ein Wesenstest die Einstufung nicht auf. In Baden-Württemberg und Sachsen ist die Gefährlichkeit nur vermutet, du kannst sie widerlegen. Im Saarland befreit dich ein bestandener Wesenstest.
Der AmStaff ist eine der Rassen, bei denen ein Wohnortwechsel die Situation grundlegend verändert.
Aus einem Hund ohne jede Auflage wird über Nacht ein Hund nach § 3, mit Erlaubnispflicht, Maulkorb und erhöhter Steuer.
Dort ist die Haltung verboten, eine Neuanschaffung ist ausgeschlossen. Kläre vor dem Umzug mit der Behörde, was für deinen Hund gilt.
Alle Auflagen entfallen.
Wer mit einem AmStaff umzieht, sollte die Rechtslage am Zielort vor der Wohnungssuche klären. Ein Erlaubnisverfahren dauert Wochen, und in der Zwischenzeit hältst du den Hund unter Umständen ohne die nötige Erlaubnis.
Er entstand in den USA aus englischen Bull-and-Terrier-Typen, seit 1936 als eigene Rasse anerkannt. Rund 43 bis 48 Zentimeter, 25 bis 30 Kilogramm, Lebenserwartung zwölf bis vierzehn Jahre.
Im Wesen ist er ausgesprochen menschenbezogen, selbstbewusst, arbeitsfreudig und mit hoher Reizschwelle gegenüber Menschen. In den USA gilt er verbreitet als Familienhund.
Der Punkt, der Aufmerksamkeit braucht, ist die Verträglichkeit mit anderen Hunden. Sie ist individuell sehr verschieden und hängt stark von der Sozialisierung ab. Ein AmStaff, der schlecht sozialisiert wurde, wird nicht gefährlicher als andere Hunde, aber die Folgen eines Konflikts sind wegen seiner Kraft größer.
Er braucht körperliche und geistige Auslastung, klare Regeln und einen Halter, der Konflikte vermeidet statt sie auszuhalten. Für Ersthalter ist er anspruchsvoll, und in NRW ohnehin kaum legal zu beschaffen.
Nicht verboten, aber die Erlaubnis für eine Neuanschaffung wird nur bei besonderem Interesse erteilt. Bestandshunde dürfen mit Erlaubnis weitergehalten werden.
Der AmStaff ist mit 43 bis 48 cm deutlich größer, der Staffordshire Bullterrier mit 35 bis 41 cm die kleinere englische Rasse. Beide stehen in NRW in § 3.
Nein. Der AmStaff ist eine FCI-anerkannte Rasse mit Ahnentafel, der Pitbull ist nicht anerkannt und wird als Typ erfasst.
Das hängt vom Bundesland ab. In NRW, Bayern und Hamburg hebt ein Wesenstest die Einstufung nicht auf. In Baden-Württemberg und Sachsen ist die Gefährlichkeit nur vermutet, du kannst sie widerlegen. Im Saarland befreit dich ein bestandener Wesenstest. In NRW kann die Behörde dich auf Antrag von der Leinenpflicht befreien.
Ja. Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden sind erfasst.
In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und seit dem 1. Juli 2024 auch in Brandenburg.
Für § 3-Hunde verlangt NRW die Sachkunde beim Amtsveterinär. Der gesonderte Fragenkatalog steht hier kostenlos zum Üben.
Rasselisten ändern sich; verbindlich ist immer die aktuelle Fassung des Landesrechts und die Auskunft deines Ordnungsamts. Keine Rechtsberatung. Von Jürgen Lammers.
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