Von Niedersachsen nach NRW
Aus einem Hund ohne jede Auflage wird über Nacht ein Hund nach § 3 — mit Erlaubnispflicht, Maulkorb und erhöhter Steuer.
Rassen-Check · American Staffordshire Terrier
Ja — in zwölf von sechzehn Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen steht der American Staffordshire Terrier in § 3 Abs. 2 LHundG, der strengsten Kategorie: Erlaubnis nur bei besonderem Interesse, Sachkunde beim Amtsveterinär, Leinen- und Maulkorbpflicht, Zuchtverbot seit 2000. In Brandenburg und Bremen ist die Haltung verboten, in Bayern und Baden-Württemberg gilt er als unwiderleglich gefährlich. Frei ist er nur in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
Wähl dein Bundesland — der Check zeigt dir, ob die Haltung dort erlaubt, erlaubnispflichtig oder verboten ist.
Rasselisten sind Ländersache — dieselbe Rasse kann in einem Bundesland frei gehalten werden und im nächsten erlaubnispflichtig sein. Wähl beides aus.
Drei Namen, die ständig durcheinandergehen. Für die Rechtslage in NRW ist das folgenlos — alle drei stehen in § 3. Für alles andere lohnt die Klarheit:
| Rasse | Größe | Gewicht | FCI-anerkannt? |
|---|---|---|---|
| American Staffordshire Terrier | 43 – 48 cm | 25 – 30 kg | ja |
| Staffordshire Bullterrier | 35 – 41 cm | 11 – 17 kg | ja |
| American Pit Bull Terrier | 43 – 53 cm | 16 – 30 kg | nein |
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Der AmStaff ist eine von der FCI anerkannte Rasse mit Zuchtbuch und Ahnentafel. Das unterscheidet ihn vom Pitbull, der als „Typ“ ohne offizielle Zuchtbuchführung erfasst wird.
Praktische Folge: Beim AmStaff kannst du die Abstammung über die Ahnentafel belegen. Bei einer behördlichen Einstufung ist das ein Vorteil — es geht dann nicht um das Erscheinungsbild, sondern um ein Dokument.
Der Staffordshire Bullterrier ist die deutlich kleinere englische Rasse und ein anderer Hund. Bei der Anmeldung im Ordnungsamt kommt es auf die exakte Bezeichnung an: Hund anmelden.
| Auflage | Inhalt |
|---|---|
| Erlaubnis | nur bei nachgewiesenem besonderem privatem oder öffentlichem Interesse. Für Neuanschaffungen eine sehr hohe Hürde. |
| Sachkunde | beim Amtsveterinär, mit praktischem Teil. Der Katalog umfasst 116 Fragen. |
| Zuverlässigkeit | Führungszeugnis |
| Leine und Maulkorb | nach § 5, auch außerhalb bebauter Gebiete |
| Zuchtverbot | seit dem 6. Juli 2000 |
| Weiteres | Mikrochip, Haftpflicht, in vielen Kommunen ein deutlich erhöhter Steuersatz |
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Üben kannst du den Katalog hier: Teil A, Teil B und Teil C.
Kreuzungen: § 3 erfasst Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden. Ein AmStaff-Labrador-Mischling fällt darunter.
Eine Erleichterung gibt es: Die Behörde kann bei Hunden nach § 3 Abs. 2 auf Antrag von der Leinenpflicht befreien, wenn nachgewiesen ist, dass keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit zu befürchten ist. Die Maulkorbpflicht bleibt.
| Einstufung | Bundesländer |
|---|---|
| Haltung verboten | Brandenburg, Bremen |
| Unwiderleglich gefährlich | Nordrhein-Westfalen (§ 3), Bayern (Kategorie 1), Baden-Württemberg (Kategorie 1), Hamburg |
| Gelistet, erlaubnispflichtig | Berlin, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt |
| Nicht gelistet | Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern |
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Wie beim Pitbull gilt: In keinem der zwölf listenden Länder kann ein Wesenstest die Einstufung aufheben.
Der AmStaff ist eine der Rassen, bei denen ein Wohnortwechsel die Situation grundlegend verändert.
Aus einem Hund ohne jede Auflage wird über Nacht ein Hund nach § 3 — mit Erlaubnispflicht, Maulkorb und erhöhter Steuer.
Dort ist die Haltung verboten. Bestandsschutz für bereits gehaltene Hunde ist möglich, muss aber vorher mit der Behörde geklärt werden — nicht nach dem Umzug.
Alle Auflagen entfallen.
Wer mit einem AmStaff umzieht, sollte die Rechtslage am Zielort vor der Wohnungssuche klären. Ein Erlaubnisverfahren dauert Wochen, und in der Zwischenzeit hältst du den Hund unter Umständen ohne die nötige Erlaubnis.
Er entstand in den USA aus englischen Bull-and-Terrier-Typen, seit 1936 als eigene Rasse anerkannt. Rund 43 bis 48 Zentimeter, 25 bis 30 Kilogramm, Lebenserwartung zwölf bis vierzehn Jahre.
Im Wesen ist er ausgesprochen menschenbezogen, selbstbewusst, arbeitsfreudig und mit hoher Reizschwelle gegenüber Menschen. In den USA gilt er verbreitet als Familienhund.
Der Punkt, der Aufmerksamkeit braucht, ist die Verträglichkeit mit anderen Hunden. Sie ist individuell sehr verschieden und hängt stark von der Sozialisierung ab. Ein AmStaff, der schlecht sozialisiert wurde, wird nicht gefährlicher als andere Hunde — aber die Folgen eines Konflikts sind wegen seiner Kraft größer.
Er braucht körperliche und geistige Auslastung, klare Regeln und einen Halter, der Konflikte vermeidet statt sie auszuhalten. Für Ersthalter ist er anspruchsvoll — und in NRW ohnehin kaum legal zu beschaffen.
Nicht verboten, aber die Erlaubnis für eine Neuanschaffung wird nur bei besonderem Interesse erteilt. Bestandshunde dürfen mit Erlaubnis weitergehalten werden.
Der AmStaff ist mit 43 bis 48 cm deutlich größer, der Staffordshire Bullterrier mit 35 bis 41 cm die kleinere englische Rasse. Beide stehen in NRW in § 3.
Nein. Der AmStaff ist eine FCI-anerkannte Rasse mit Ahnentafel, der Pitbull ist nicht anerkannt und wird als Typ erfasst.
Nein. In allen zwölf listenden Bundesländern steht er in der nicht widerlegbaren Stufe. In NRW kann die Behörde aber auf Antrag von der Leinenpflicht befreien.
Ja. Kreuzungen untereinander und mit anderen Hunden sind erfasst.
In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern.
Für § 3-Hunde verlangt NRW die Sachkunde beim Amtsveterinär. Der gesonderte Fragenkatalog steht hier kostenlos zum Üben.
Stand: 2. August 2026 · Rasselisten ändern sich; verbindlich ist immer die aktuelle Fassung des Landesrechts und die Auskunft deines Ordnungsamts. Keine Rechtsberatung. Von Jürgen Lammers, mehr über mich.