Erst die Themengebiete einzeln
Zwanzig Kategorien, jede mit rund zehn Fragen. Nimm dir zwei bis drei pro Sitzung vor, statt alles auf einmal zu lesen.
Hundeführerschein · NRW
Einen „Hundeführerschein“ im rechtlichen Sinn gibt es in Nordrhein-Westfalen nicht. Was so genannt wird, ist die Sachkundebescheinigung nach § 11 Landeshundegesetz NRW. Pflicht ist sie für alle, deren Hund ausgewachsen mindestens 40 Zentimeter Widerristhöhe erreicht oder 20 Kilogramm wiegt. Die Prüfung ist rein theoretisch: 30 Multiple-Choice-Fragen aus einem Katalog von 197 Fragen. Sie kostet meist zwischen 30 und 80 Euro und gilt danach unbefristet.
Umgangssprachlich meint beides dasselbe, rechtlich nicht.
„Hundeführerschein“ ist kein Rechtsbegriff. In NRW heißt der Nachweis Sachkundebescheinigung, und er steht in § 11 des Landeshundegesetzes. In Niedersachsen dagegen ist der Begriff korrekt: Dort gibt es tatsächlich einen Hundeführerschein mit Theorie- und Praxisteil, den jeder Halter braucht.
Der praktische Unterschied ist erheblich. In NRW musst du deinen Hund nicht mitbringen — die Prüfung findet ohne Hund statt. In Niedersachsen gehört ein praktischer Teil dazu.
Wenn du also in NRW nach dem „Hundeführerschein“ suchst, meinst du die Sachkundeprüfung nach § 11. Genau darum geht es hier.
Die Schwelle steht in § 11 LHundG NRW und ist eine Oder-Regel:
Mindestens 40 Zentimeter Widerristhöhe oder mindestens 20 Kilogramm Gewicht.
Es reicht eines von beiden. Ein 45 Zentimeter großer Windhund mit 15 Kilogramm fällt darunter. Ein 38 Zentimeter kleiner, kompakter Hund mit 22 Kilogramm ebenfalls.
Betroffen sind damit praktisch alle mittelgroßen und großen Rassen: Deutscher Schäferhund, Labrador, Golden Retriever, Boxer, Australian Shepherd, Rhodesian Ridgeback — und sehr viele Mischlinge.
Maßgeblich ist der ausgewachsene Hund. Beim Welpen zählt, was absehbar ist, nicht der aktuelle Stand. Eine grobe Faustregel: Die Höhe der Vorderbeine bis zum Ellenbogen mal 2,5 ergibt ungefähr die spätere Schulterhöhe.
Neben der Sachkunde verlangt § 11 einen Mikrochip und eine Haftpflichtversicherung. Wie du den Hund korrekt anmeldest, steht unter Hund anmelden, chippen und registrieren.
Für gefährliche Hunde und die Rassen nach § 10 gilt ein anderes, strengeres Verfahren mit Erlaubnis und praktischem Prüfungsteil. Details dazu auf der Seite zu Listenhunden in NRW. Der volle rechtliche Rahmen steht im Überblick zum Landeshundegesetz NRW.
Die Form. 30 Fragen im Multiple-Choice-Verfahren, zufällig gezogen aus dem offiziellen Katalog. Der umfasst 197 Fragen aus 20 Themengebieten — von Ausdrucksverhalten über Haltung und Gesundheit bis zu den rechtlichen Grundlagen.
Die Dauer. In der Regel unter einer Stunde, oft deutlich kürzer. Manche Prüfer führen ein kurzes Gespräch im Anschluss.
Der Hund bleibt zu Hause. Die Sachkundeprüfung nach § 11 ist reine Theorie.
Die Bestehensgrenze. Der Fragenkatalog nennt keine feste Quote. In der Praxis werden etwa zwei Drittel richtiger Antworten erwartet, also rund 20 von 30 Fragen. Die letzte Einschätzung liegt bei der prüfenden Person.
Der entscheidende Punkt, den fast alle unterschätzen: Bei 154 der 197 Fragen ist mehr als eine Antwort richtig — das sind 78 Prozent. In vier Themengebieten hat sogar keine einzige Frage nur eine Lösung. Wer nach dem ersten passenden Kreuz aufhört, verliert Punkte, auch wenn er das Thema beherrscht.
Deshalb lohnt es sich, jede der vier Optionen einzeln zu lesen und für jede getrennt zu entscheiden. Genau so sind die Übungsfragen auf dieser Seite aufgebaut.
Abnehmen dürfen die Sachkunde in NRW anerkannte Tierärztinnen und Tierärzte sowie anerkannte Sachverständige. Manche Kommunen bieten die Prüfung auch über das Veterinäramt an.
Die Listen der anerkannten Personen führen die beiden Tierärztekammern getrennt nach Regierungsbezirk:
Für die Vorbereitung spielt der Kammerbezirk keine Rolle — beide arbeiten mit demselben Fragenkatalog. Die Bescheinigung gilt anschließend in ganz NRW.
Einige Anbieter führen die Prüfung inzwischen per Videokonferenz durch. Rechtlich ist das zulässig, solange die abnehmende Person anerkannt ist.
| Posten | Kosten |
|---|---|
| Sachkundeprüfung beim Tierarzt | meist 30 bis 80 € |
| Prüfung über die Kommune | eigene Gebührensätze, teils rund 80 € |
| Mikrochip beim Tierarzt | 30 bis 60 € |
| Haftpflichtversicherung | 50 bis 100 € im Jahr |
| Vorbereitung auf dieser Seite | 0 € |
Die Tabelle lässt sich seitlich verschieben →
Die Prüfungsgebühr legt die abnehmende Praxis fest, sie unterscheidet sich regional deutlich. Ein Preisvergleich zwischen zwei Praxen lohnt sich.
Wer durchfällt, kann wiederholen. Eine Sperrfrist gibt es nicht, die Gebühr fällt in der Regel erneut an. Genau deshalb rechnet sich die Vorbereitung.
Dazu kommt die jährliche Hundesteuer, die aber nichts mit der Sachkunde zu tun hat — sie fällt für jeden Hund an.
Unbefristet. Einmal bestanden, ist die Bescheinigung an dich als Person gebunden, nicht an den Hund. Sie gilt für jeden weiteren Hund, den du in NRW hältst. Eine Auffrischung ist nicht vorgeschrieben.
Das ist ein guter Grund, die Prüfung früh zu machen — spätestens dann, wenn absehbar ist, dass der Welpe die Schwelle reißen wird. Manche Ordnungsämter fragen die Bescheinigung schon bei der Anmeldung des Welpen ab.
Beim Umzug in ein anderes Bundesland gilt sie allerdings nicht automatisch weiter. Jedes Land hat eigene Regeln — Niedersachsen, Bremen und Berlin zum Beispiel verlangen jeweils Eigenes.
Der Katalog ist überschaubar, wenn man ihn systematisch angeht. Rechne mit etwa fünf Stunden verteilt auf ein bis zwei Wochen.
Zwanzig Kategorien, jede mit rund zehn Fragen. Nimm dir zwei bis drei pro Sitzung vor, statt alles auf einmal zu lesen.
Dreißig zufällige Fragen unter echten Bedingungen zeigen dir, wo du wirklich stehst. Auf dieser Seite gibt es dreizehn Prüfungssimulationen.
Meist bleiben zwei bis drei Themengebiete übrig, bei denen es hakt — typischerweise Rechtliches, Gesundheit und Ausdrucksverhalten.
Alle 197 Fragen mit Antworten und Erklärungen findest du hier — kostenlos und ohne Anmeldung.
Ja, wenn dein Hund ausgewachsen mindestens 40 Zentimeter Widerristhöhe erreicht oder mindestens 20 Kilogramm wiegt. Rechtlich heißt er Sachkundebescheinigung nach § 11 LHundG NRW.
Die Prüfung selbst meist 30 bis 80 Euro, je nach Praxis. Dazu kommen Mikrochip mit 30 bis 60 Euro und die Haftpflichtversicherung mit 50 bis 100 Euro im Jahr.
Nein. Die Sachkundeprüfung nach § 11 ist eine reine Theorieprüfung. Praktische Anteile gibt es in NRW nur bei gefährlichen Hunden nach § 3.
Der Fragenkatalog nennt keine feste Grenze. Üblich sind etwa zwei Drittel, also rund 20 der 30 Fragen. Entscheidend ist die Einschätzung der prüfenden Person.
Unbefristet. Er ist an dich als Person gebunden und gilt für jeden weiteren Hund, den du in NRW hältst.
Die Vorbereitung ja, vollständig und kostenlos auf dieser Seite. Die Prüfung selbst nimmt eine anerkannte Person ab; einige Anbieter führen sie inzwischen per Videokonferenz durch.
Das Ordnungsamt setzt in der Regel zuerst eine Frist. Verstreicht sie, droht ein Bußgeld. Kritisch wird es nach einem Vorfall — dann steht auch die Frage im Raum, ob die Haltung untersagt wird.
Der Hundeführerschein in NRW ist keine Hürde, an der man scheitern muss. Es sind 197 Fragen, die man einmal durchgearbeitet haben sollte — und danach gilt die Bescheinigung ein Leben lang.
Stand: 1. August 2026 · Quellen: § 11 LHundG NRW (recht.nrw.de), Fragenkatalog der Tierärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe, gültig seit 01.01.2025. Von Jürgen Lammers, mehr über mich.