Zwei Hunde stehen sich auf dem Weg gegenüber. Beide wedeln. Die Halter sagen „die machen das unter sich aus“ und lassen die Leinen locker. Zehn Sekunden später kracht es.
Hinterher heißt es dann, das sei aus dem Nichts gekommen. War es nicht. Es standen mehrere Sekunden lang Zeichen im Raum, die beide übersehen haben.
Genau darum geht es hier. Nicht um Hundeflüsterei, sondern um ein paar Muster, die sich lernen lassen wie Vokabeln.
Der Schwanz ist das Erste, worauf Menschen schauen, und das Unzuverlässigste, was es gibt. Wedeln heißt Erregung. Nicht Freude. Ob die Erregung freudig, unsicher oder aggressiv ist, steht woanders.
Locker auf Rückenhöhe, breite BögenEin entspannter Hund. Das ist die Ausgangslage, gegen die du alles andere vergleichst.
Steil aufgestellt, kleine schnelle SchlägeEin hochgradig erregter Hund, der gerade imponiert. Der Gang wird dabei oft steif.
Eingeklemmt und trotzdem wedelndEin Hund, der Angst hat und beschwichtigen will. Wedeln schließt Angst nicht aus.
Deshalb funktioniert es nie, ein einzelnes Körperteil zu lesen. Du brauchst immer den ganzen Hund: Ohren, Augen, Maul, Gewichtsverteilung, Rute, dazu die Situation.