Hamburg, zweite Gruppe
Er zählt dort zu den Rassen, bei denen die Gefährlichkeitsvermutung über einen Wesenstest widerlegt werden kann. Bis dahin gelten Erlaubnispflicht, Sachkunde, Leine und Maulkorb.
Rassen-Check · Kangal
Nur in zwei Bundesländern. Der Kangal, auch Anatolischer Hirtenhund oder Sivas Kangal, steht in Hamburg und Hessen auf der Rasseliste. In Nordrhein-Westfalen taucht er weder in § 3 noch in § 10 LHundG auf. Er ist dort aber mit 70 bis 80 Zentimetern Widerristhöhe und 40 bis 65 Kilogramm klar sachkundepflichtig nach § 11. Und unabhängig von jeder Liste gilt: Der Kangal ist ein Herdenschutzhund und damit einer der anspruchsvollsten Hunde überhaupt, die Rechtsfrage ist bei ihm die kleinere.
Wähl dein Bundesland, der Check zeigt dir, ob eine Listung greift und welche Auflagen daraus folgen.
Rasselisten sind Ländersache, dieselbe Rasse kann in einem Bundesland frei gehalten werden und im nächsten erlaubnispflichtig sein. Wähl beides aus.
Er zählt dort zu den Rassen, bei denen die Gefährlichkeitsvermutung über einen Wesenstest widerlegt werden kann. Bis dahin gelten Erlaubnispflicht, Sachkunde, Leine und Maulkorb.
Er steht in der Liste der neun Rassen, für die eine Erlaubnis der Behörde nötig ist. Auch hier kann ein bestandener Wesenstest zur Befreiung von der Maulkorbpflicht führen.
In vierzehn Bundesländern nicht gelistet, darunter Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin und Niedersachsen.
Bemerkenswert: Bayern und Baden-Württemberg führen die umfangreichsten Listen Deutschlands, und der Kangal steht auf keiner von beiden.
Bei anderen Herdenschutzhunden entscheidet NRW anders: Ein Kaukasischer Owtscharka steht dort nach § 10 auf der Liste.
Keine Rasseliste, aber die 40/20-Regel greift mit großem Abstand.
Ein Kangal erreicht 70 bis 80 Zentimeter Widerristhöhe und 40 bis 65 Kilogramm. Er gehört damit zu den größten Hunden überhaupt. Für dich bedeutet das in NRW: Sachkundenachweis über die Theorieprüfung mit 30 Fragen, hier kostenlos vorbereiten, dazu Mikrochip, Haftpflichtversicherung und Anleinpflicht innerhalb bebauter Ortsteile. Kein Erlaubnisverfahren, kein Maulkorbzwang.
Was für einen Hund dieser Größe zusätzlich zählt: Die Haftpflicht sollte eine hohe Deckungssumme haben. Ein 60-Kilogramm-Hund, der einen Radfahrer umwirft, verursacht andere Schäden als ein Terrier.
Beim Kangal wäre es unehrlich, bei den Paragrafen aufzuhören.
Er ist ein Herdenschutzhund, über Jahrhunderte in Anatolien darauf gezüchtet, Schafherden eigenständig gegen Wölfe und Bären zu verteidigen, ohne Anweisung eines Menschen. Genau diese Eigenschaft steckt weiter in ihm:
Herdenschutzhunde sind nicht auf Kooperation mit dem Menschen gezüchtet, sondern auf autonome Beurteilung von Situationen. Ein sicherer Rückruf ist bei ihnen deutlich schwerer aufzubauen als bei einem Retriever, bei manchen Individuen gar nicht.
Und was zum Territorium gehört, entscheidet er. Das kann der Garten sein, die Wohnung, das Auto, der Spaziergang mit der Familie. Besuch, Handwerker und Postboten sind für einen unerzogenen Kangal eine echte Konfliktquelle.
Herdenschutzhunde reifen langsam, oft über zwei bis drei Jahre. Was beim Junghund noch harmlos wirkt, kann mit vier Jahren ernst werden.
Aber keinen Hundesport. Ein Kangal auf dem Agility-Platz ist ein missverstandener Kangal.
Für Ersthalter ist er ungeeignet, und zwar unabhängig davon, was das Landesrecht sagt. Ob ein solcher Hund überhaupt zu deinem Alltag passt, klärt der Test unter Welcher Hund passt zu mir.
Für Kangal-Halter in NRW ist nicht die Rasseliste das Risiko, sondern die Einzelfalleinstufung.
Nach § 3 Abs. 3 LHundG NRW kann die Behörde jeden Hund als gefährlich einstufen, nach einem Biss, nach gefährlichem Anspringen oder wenn ein Hund einen anderen verletzt hat, ohne selbst angegriffen worden zu sein.
Bei einem Hund mit ausgeprägtem Territorialverhalten und 60 Kilogramm Körpergewicht ist die Wahrscheinlichkeit eines Vorfalls höher als bei den meisten Rassen. Und diese Einstufung ist, anders als eine Rassenlistung, nicht durch Antrag aufhebbar, sie beruht auf einem konkreten Ereignis.
Praktisch heißt das: Sozialisierung, Besuchsmanagement und ein sicher eingezäuntes Grundstück sind bei dieser Rasse keine Kür.
Nein. Er steht weder in § 3 noch in § 10 LHundG NRW. Wegen seiner Größe brauchst du aber den Sachkundenachweis nach § 11.
In Hamburg und Hessen. In den übrigen vierzehn Ländern nicht.
In NRW nicht. In Hamburg und Hessen ja, solange die Gefährlichkeitsvermutung nicht über einen Wesenstest widerlegt ist.
Für erfahrene Halter mit Fläche, klarer Struktur und Verständnis für Herdenschutzhunde ja. Für Ersthalter oder Familien ohne Erfahrung mit dieser Gruppe nicht, unabhängig von der Rechtslage.
Rüden erreichen 74 bis 81 Zentimeter Widerristhöhe und 50 bis 65 Kilogramm, Hündinnen etwas weniger. Damit gehört er zu den größten Hunderassen überhaupt.
In NRW greift beim Kangal die Sachkundepflicht nach § 11. Die Theorieprüfung mit 30 Fragen kannst du hier kostenlos vorbereiten.
Stand: 2. August 2026 · Rasselisten ändern sich; verbindlich ist immer die aktuelle Fassung des Landesrechts und die Auskunft deines Ordnungsamts. Keine Rechtsberatung. Von Jürgen Lammers, mehr über mich.
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