Die Bildfragen in der Sachkundeprüfung: was dich erwartet

Der Fragenkatalog der Tierärztekammer Nordrhein gilt seit dem 1. Januar 2025 und ist seit dem 1. März 2025 verbindlich: 197 Fragen in 20 Themengebieten, von denen in der Prüfung 30 gezogen werden.

Dieses Themengebiet ist das einzige mit Fotos – und das einzige mit nur sieben statt zehn Fragen. Es unterscheidet sich noch in einem zweiten Punkt: Bei jeder der sieben Fragen ist genau eine Antwort richtig. Im Rest des Katalogs sind das die Ausnahme; hier ist es die Regel.

Geprüft werden immer dieselben vier bis fünf Kategorien:

AusdruckKernmerkmale
Neutral bis aufmerksamKörper locker, Ohren nach vorn, Blick gerichtet aber weich, keine Anspannung
Droht sicherGroß gemacht, Körper nach vorn geneigt, Rute hoch und steif, fester Blick, Maulwinkel kurz gezogen
Droht unsicherWidersprüchliches Bild: droht, weicht aber zurück; Ohren angelegt, Rute tief, Körper nach hinten verlagert
UnterwürfigKlein gemacht, geduckt, Rute tief oder eingeklemmt, Ohren angelegt, Blick abgewandt
ÄngstlichWie unterwürfig, dazu Flucht- oder Erstarrungstendenz, oft „Weiß im Auge“

Achtung, hier ist bei jeder Frage nur eine Antwort richtig. Das ist die Ausnahme im Katalog: In 154 von 197 Fragen sind mehrere Antworten richtig, in diesem Themengebiet in keiner einzigen. Wer aus den anderen Blöcken kommt und gewohnheitsmäßig mehrere Kreuze setzt, verliert hier Punkte.

Das entscheidende Kriterium ist die Kombination aus Körperrichtung und Größe: Bewegt sich der Hund nach vorn und macht sich groß, droht er sicher. Weicht er zurück und macht sich klein, obwohl er droht, ist es Unsicherheit. Macht er sich klein ohne zu drohen, ist er unterwürfig oder ängstlich.

Dieses Themengebiet ist die Ausnahme im ganzen Katalog: Bei allen 7 Bildfragen ist genau eine Antwort richtig. Überall sonst gilt das Gegenteil, dort haben 154 der 197 Fragen mehrere Lösungen. Hier zählt also das genaue Hinsehen, nicht das Abwägen zwischen mehreren Kreuzen.

Richtige AntwortenAnzahl Fragen
eine7
Zwei Hunde bei der Begegnung zeigen unterschiedliche Körpersprache in Haltung, Ohren und Rute

Teste dich selbst: 7 Bildfragen zur Hundesprache

Schau dir jedes Foto in Ruhe an und geh die vier Merkmale durch: Rute, Ohren, Körperrichtung, Blick. Erst dann entscheiden. Du kannst den Test beliebig oft wiederholen. Danach findest du unten alle sieben Bildfragen noch einmal in Ruhe erklärt.

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Ausdrucksverhalten von Hunden

Hier finden Sie den 1. Fragebogen mit Bildern zum Ausdrucksverhalten von Hunden.

Welchen Ausdruck zeigt dieser Hund?

Bildfrage zum Ausdrucksverhalten: Hund liegt auf dem Rücken, Läufe angewinkelt nach oben, Bauch frei

Welchen Ausdruck zeigt dieser Hund?

Bildfrage zum Ausdrucksverhalten: Hund im ruhigen Stand, Rute hängend, Ohren nach vorn, Fang geschlossen

Welchen Ausdruck zeigt dieser Hund?

Bildfrage zum Ausdrucksverhalten: Kleiner Hund im Stand, Rute hoch gebogen, Ohren aufgestellt, Fang leicht geöffnet

Welchen Ausdruck zeigt dieser Hund?

Bildfrage zum Ausdrucksverhalten: Hund mit tief gestellter Vorderhand, Hinterteil hoch, Rute erhoben

Welchen Ausdruck zeigt dieser Hund?

Bildfrage zum Ausdrucksverhalten: Hund vorgebeugt, Fang weit geöffnet mit sichtbaren Zähnen, Nackenfell gesträubt

Welchen Ausdruck zeigt dieser Hund?

Bildfrage zum Ausdrucksverhalten: Hund macht sich klein, Kopf tief, Rücken gerundet, Rute nach unten, Ohren angelegt

Fragenhinweis

Welchen Ausdruck zeigt dieser Hund?

Bildfrage zum Ausdrucksverhalten: Hund steht aufgerichtet, Rute waagerecht getragen, Ohren nach vorn gestellt, Nackenfell leicht gesträubt

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Alle 7 Bildfragen mit Auflösung

Ausdrucksverhalten Hund: sicheres Drohen im hoch aufgerichteten Stand mit gesträubtem Nackenfell

Richtig: C – der Hund droht sicher

  • ❌ A. Der Hund ist neutral bis aufmerksam.
  • ❌ B. Der Hund ist ängstlich.
  • C. Der Hund droht sicher.
  • ❌ D. Der Hund ist unterwürfig.

Woran du es erkennst: Der Hund macht sich groß und sein Körperschwerpunkt liegt vorn. Rute hoch und steif, Ohren aufgerichtet, Gewicht nach vorn verlagert, fester Blick auf das Gegenüber. Kein Widerspruch im Gesamtbild – alles zeigt in dieselbe Richtung. Genau das unterscheidet sicheres Drohen vom unsicheren: Ein sicher drohender Hund meint, was er zeigt.

📌 Merksatz: Groß, steif, nach vorn und fester Blick – ein Hund, der sicher droht, meint es ernst.

Ausdrucksverhalten Hund: unsicheres Drohen mit geducktem Körper, weit geöffnetem Fang und gesträubtem Nackenfell

Richtig: B – der Hund droht aus Unsicherheit

  • ❌ A. Der Hund ist neutral bis aufmerksam.
  • B. Der Hund droht aus Unsicherheit.
  • ❌ C. Der Hund ist friedfertig.
  • ❌ D. Der Hund ist unterwürfig.

Woran du es erkennst: Das Bild ist widersprüchlich – und genau das ist das Erkennungsmerkmal. Vorn droht er (Zähne zeigen, Maul geöffnet, Nase gekräuselt), hinten weicht er zurück (Gewicht nach hinten, Rute tief, Ohren angelegt). Der Hund will Abstand, traut sich aber nicht wegzugehen.

Warum das die gefährlichste Kategorie ist: Ein sicher drohender Hund hat einen Plan. Ein unsicher drohender Hund ist im Konflikt – er kann im nächsten Moment fliehen oder zubeißen, je nachdem, was passiert. Hier ist Abstand die einzig richtige Reaktion; auf keinen Fall weitergehen oder die Hand ausstrecken.

📌 Merksatz: Vorn drohen, hinten zurückweichen – Unsicherheit plus Drohung ist die unberechenbarste Kombination.

Hund ist unterwürfig

Richtig: D – der Hund ist unterwürfig

  • ❌ A. Der Hund ist neutral bis aufmerksam.
  • ❌ B. Der Hund ist entspannt.
  • ❌ C. Der Hund ist aggressiv.
  • D. Der Hund ist unterwürfig.

Woran du es erkennst: Alles zeigt nach unten und wird kleiner. Geduckte Haltung, Rute tief oder unter den Bauch gezogen, Ohren flach angelegt, Kopf gesenkt, Blick abgewandt.

Der Unterschied zu „entspannt“ (Antwort B) ist wichtig: Ein entspannter Hund ist ebenfalls locker, aber nicht klein gemacht – die Rute hängt neutral, die Ohren sind in Ruhestellung, der Körper ist weich statt geduckt. Unterwerfung ist aktive Kommunikation: „Ich bin keine Gefahr, bitte lass mich in Ruhe.“

📌 Merksatz: Alles klein und nach unten – Unterwerfung ist kein Entspanntsein, sondern eine Bitte.

Ausdrucksverhalten Hund: Spielaufforderung in Vorderkörpertiefstellung mit erhobener Rute

Richtig: D – unterwürfig mit dem Ansatz einer beschwichtigenden Spielaufforderung

  • ❌ A. Der Hund ist neutral bis aufmerksam.
  • ❌ B. Der Hund ist erschöpft.
  • ❌ C. Der Hund droht unsicher.
  • D. Der Hund ist unterwürfig mit dem Ansatz einer beschwichtigenden Spielaufforderung.

Woran du es erkennst: Die feinste Unterscheidung der sieben Bilder. Zur unterwürfigen Grundhaltung kommt ein Element der Spielaufforderung – Vorderkörper tief, Hinterteil höher, oft eine angehobene Pfote. Der Hund sagt: „Ich will keinen Ärger, lass uns lieber spielen.“

Der Unterschied zur echten Spielaufforderung: Die kommt aus einem lockeren Körper und wirkt federnd. Hier ist sie mit Beschwichtigung vermischt – der Hund ist nicht ausgelassen, sondern deeskaliert. Diese Frage ist auch das beste Beispiel für die Grundregel aus Ausdrucksverhalten: nie ein einzelnes Signal bewerten.

📌 Merksatz: Unterwerfung plus Spielansatz heißt: „Ich will keinen Streit, lass uns lieber spielen.“

Der Hund ist neutral bis aufmerksam.

Richtig: C – der Hund droht unsicher und ist erregt

  • ❌ A. Der Hund ist ängstlich und unterwürfig.
  • ❌ B. Der Hund ist neutral bis aufmerksam.
  • C. Der Hund droht unsicher und ist erregt.
  • ❌ D. Der Hund droht sicher.

Woran du es erkennst: Wieder das widersprüchliche Bild wie bei Bildfrage 2, hier zusätzlich mit deutlichen Erregungszeichen: aufgestelltes Nackenfell, hohe Körperspannung, weit geöffnete Augen, oft schnelles Hecheln. Der Unterschied zu Antwort D: Beim sicheren Drohen fehlt der Rückwärtsanteil – dort ist alles nach vorn gerichtet.

Ein erregter, unsicher drohender Hund braucht vor allem eines: Abstand und Zeit. Erregung baut sich nur langsam ab; wer die Situation sofort weiter belastet, provoziert die Eskalation.

📌 Merksatz: Drohen plus Zurückweichen plus Erregung – höchste Alarmstufe, Abstand herstellen.

Der Hund ist neutral bis aufmerksam.

Richtig: B – der Hund ist neutral bis aufmerksam

  • ❌ A. Der Hund ist ängstlich und unterwürfig.
  • B. Der Hund ist neutral bis aufmerksam.
  • ❌ C. Der Hund ist müde.
  • ❌ D. Der Hund droht unsicher und ist erregt.

Woran du es erkennst: Das Bild ohne Widersprüche und ohne Extreme. Der Körper ist locker, die Rute in neutraler Höhe, die Ohren nach vorn gerichtet, der Blick aufmerksam, aber ohne Starre. Nichts ist übertrieben groß oder klein gemacht.

Diese Kategorie ist die Referenz, an der man die anderen misst: Wer den neutralen Hund sicher erkennt, sieht die Abweichungen bei den übrigen Bildern viel schneller.

📌 Merksatz: Locker, Rute mittig, Ohren nach vorn, weicher Blick – der neutrale Hund ist die Referenz.

Ausdrucksverhalten Hund: ängstlich unterwürfige Rückenlage mit abgewandtem Kopf und freiem Bauch

Richtig: A – der Hund ist ängstlich und unterwürfig

  • A. Der Hund ist ängstlich und unterwürfig.
  • ❌ B. Der Hund möchte am Bauch gestreichelt werden.
  • ❌ C. Der Hund ist müde.
  • ❌ D. Der Hund ist aggressiv.

Erklärung: Die wichtigste der sieben Fragen – und die, bei der die meisten Menschen im Alltag falsch liegen. Der Hund liegt auf dem Rücken und zeigt den Bauch. Für Menschen sieht das nach einer Einladung aus. Tatsächlich ist die passive Unterwerfung eine der deutlichsten Angstgesten, die ein Hund hat: Er macht sich maximal klein, gibt seine verwundbarste Stelle preis und kann sich aus dieser Position nicht verteidigen.

Wie man beides unterscheidet:

Bauch zeigen aus EntspannungBauch zeigen aus Angst
Körperlocker, „schlaff“, Beine fallen zur Seiteangespannt, Beine angezogen
Blickentspannt oder abgewandt, weichstarr auf das Gegenüber, viel Weiß im Auge
Maulleicht geöffnet, entspanntgeschlossen und angespannt oder Lefzen gespannt
Rutelockereingeklemmt zwischen den Beinen
Danachbleibt liegen, genießtsteht sofort auf und geht weg

Wer einen Hund in dieser Haltung am Bauch krault, verstärkt seine Angst. Richtig ist: Abstand vergrößern, Blick abwenden, dem Hund Zeit geben aufzustehen.

📌 Merksatz: Bauch zeigen heißt meistens Angst, nicht Streichelwunsch – bei angespanntem Körper und starrem Blick immer.

Die vier Merkmale, in dieser Reihenfolge

Bei jedem Bild dieselbe Prüfung, in dieser Reihenfolge – so beantwortest du die Fragen zuverlässig:

  1. Körperrichtung – nach vorn oder nach hinten verlagert?
  2. Größe – macht sich der Hund groß oder klein?
  3. Rute – hoch und steif, neutral, tief oder eingeklemmt?
  4. Ohren und Blick – aufgerichtet und fixierend oder angelegt und abgewandt?

Die Entscheidungsregel:

Körper nach …Macht sich …Ergebnis
vorngroßdroht sicher
hintengroß (droht aber)droht unsicher
hintenkleinunterwürfig oder ängstlich
neutralneutralneutral bis aufmerksam

Warum diese Fragen in der Prüfung stehen

Die Bildfragen sind kein Ratespiel, sondern der praktischste Teil der ganzen Prüfung. Wer einen unsicher drohenden Hund von einem sicher drohenden unterscheiden kann, trifft im Ernstfall die richtige Entscheidung: nicht weitergehen, keine Hand ausstrecken, Abstand herstellen. Genau diese Situationen führen sonst zu Beißvorfällen – und die betreffen in den meisten Fällen keine „aggressiven“ Hunde, sondern ängstliche, die keinen Ausweg sahen. Siehe auch Hund und Kind und Hundebegegnungen.

Der häufigste Alltagsfehler: „Er zeigt mir den Bauch, er will gestreichelt werden.“ – In den meisten Fällen zeigt er Unterwerfung. Prüf den Körper: locker und schlaff heißt entspannt, angespannt mit eingeklemmter Rute und starrem Blick heißt Angst. Im Zweifel nicht streicheln, sondern Abstand geben.

Hundesprache lesen: Ratgeber zum Weiterlesen

Diese Kategorie bildet zusammen mit den Textfragen den Themen-Hub „Hundesprache“. Lies weiter im Ausdrucksverhalten mit der vollständigen Signalübersicht, und vertiefe die passenden Nachbarthemen: Hundebegegnungen, den Umgang mit Hund und Kind sowie Umgang und Verständnis.